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Sachsenspiegel
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Der Sachsenspiegel (Selbstbezeichnung mittelniederdeutsch: sassen spegel) ist ein zwischen 1220 und 1235 entstandenes Rechtsbuch. Es handelt sich um den mit Abstand am hĂ€ufigsten handschriftlich ĂŒberlieferten Rechtstext in deutscher Sprache aus dieser Zeit. Der sĂ€chsische Rechtskundige Eike von Repgow, der jedenfalls das Landrecht des Sachsenspiegels verfasste, sagt, er habe sich das niedergelegte Recht nicht ausgedacht, sondern nur an alte Traditionen angeknĂŒpft: âDiz recht ne han ich selve nicht underdacht / iz haben von aldere an unsich gebracht/ Unse gute vore varenâ.cite-ref-1[1] Das tat er mit groĂem Erfolg und fĂŒr ein Rechtsbuch unerreichter Wirkung. Was Eike niederschrieb, blieb fĂŒr Jahrhunderte geltendes Recht und erfuhr rĂ€umliche Verbreitung ĂŒber Tausende von Kilometern in verschiedene Richtungen.
Contents
âą Sprache
âą Glossierungen
âą Literatur
âą Weblinks
âą Editionen
âą Anmerkungen
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Autor und Zielrichtung
Der Sachsenspiegel besteht aus zwei Teilen, dem Landrecht und dem Lehnrecht. FĂŒr den ersten und sowohl im Hinblick auf die Ăberlieferungsdichte wie auch im Hinblick auf heutiges Forschungsinteresse weitaus wichtigeren Teil â das ist das Landrecht â ist sicher, dass Eike von Repgow der Autor war. Das ist sicher, weil Eike von Repgow sich selbst in der Reimvorrede des Sachsenspiegels als Autor zu erkennen gibt.cite-ref-2[2] Seine Autorenschaft des Lehnrechtsteils kann hingegen nicht als gesichert gelten.
Ăber Eike von Repgow und seine seit 1156 nachweisbare Familie ist wenig bekannt, immerhin aber, dass er zwischen ca. 1170/80 und ca. 1230/40 gelebt haben könnte. Seine ErwĂ€hnung in einigen Urkunden zu Anfang des 13. Jahrhunderts deuten auf diese Lebensspanne hin und weisen ihn als Zeugen wichtiger Rechtshandlungen auf Versammlungen fĂŒrstlicher Landgerichte aus.cite-ref-3[3] In der Vorrede seines Werkes gibt er an, den Sachsenspiegel zunĂ€chst auf Latein geschrieben und dann ins Deutsche ĂŒbersetzt zu haben, und zwar auf Bitte seines Herrn, des Grafen Hoyer von Falkenstein. Hintergrund dieser Bitte ist nicht bekannt. Eike entstammte einer Familie, die sich seit 1156 bis in das frĂŒhe 19. Jahrhundert hinein in Urkunden nachweisen lĂ€sst. Sie nannte sich nach einem kleinen Dorf in Sachsen-Anhalt, das heute Reppichau heiĂt und einige Kilometer westlich von Dessau liegt. Wahrscheinlich gehörten Teile von Eikes Familie der erzbischöflichen MinisterialitĂ€t Magdeburgs an. Sein Vater und GroĂvater könnten Burgmannen auf dem Giebichenstein bei Halle gewesen sein. Möglicherweise war Eike von Repgow ein Lehnsmann des Grafen Hoyer von Falkenstein und gehörte dem Stand der Schöffenbarfreien an, der im Sachsenspiegel immer wieder vorkommt, demgegenĂŒber jedoch in der urkundlichen Ăberlieferung kaum greifbar ist.cite-ref-4[4]
Offenbar war Eike seit Jahrzehnten in Gerichten seiner Heimat tĂ€tig gewesen, vielleicht als Schöffe. Er konnte schreiben und offenbar Latein, vielleicht hatte er eine Klosterschule besucht. Ein studierter Jurist war er nicht. Das in seinem Rechtsbuch niedergelegte Recht unterscheidet sich im Hinblick auf Charakter und Geltungskraft vom gelehrten, das heiĂt römischen und kanonischen Recht. Damit gibt es auch groĂe Unterschiede zum heutigen RechtsverstĂ€ndnis, das stark vom gelehrten Recht geprĂ€gt ist. Streitig ist, inwiefern bzw. in welchem Umfang Eike seinen Sachsenspiegel auf schriftliche Quellen stĂŒtzte. Nach Ă€lterer und wohl herrschender Auffassung schrieb er jedenfalls ganz weitgehend aus dem GedĂ€chtnis und ohne schriftliche Vorlagecite-ref-5[5] das gesamte zu seiner Zeit geltende Recht auf, das zuvor allein in der stĂ€ndigen Ăbung vor Gericht und anderswo existiert hatte, also nicht schriftlich fixiert war. Wörtliche Ăbernahmen aus den frĂŒhen Volksrechten, wie der Lex Saxonum, konnten jedenfalls nicht nachgewiesen werden.cite-ref-6[6]
Wenn also dem gelehrten Recht ein âungelehrtesâ gegenĂŒbersteht, bedeutet das keineswegs, dass es in der mittelalterlichen sĂ€chsischen Tradition nicht Rechtsexperten und rechtliches Fachwissen gegeben hĂ€tte. Das heutige BegriffsverstĂ€ndnis von âLaieâ verzerrt das Bild, denn es setzt einen Typus von Jurist voraus, den es damals im deutschsprachigen Raum noch nicht gab. Die Bezeichnung âLaieâ wĂ€re nur sinnvoll, wenn man einem sĂ€chsischen Schöffen studierte Juristen entgegenhalten könnte. Diese aber existierten zu Eikes Lebenszeit in seiner Heimat eben noch nicht. Weder war es möglich, das sĂ€chsische Recht an einer UniversitĂ€t zu studieren (das âgelehrteâ Recht war das römisch-kanonische), noch existierte eine solche im deutschsprachigen Raum um das Jahr 1230. Eike ist der einzige bekannte Kenner dieser Materie, und ihre Ăberlieferung allein ihm zu verdanken. Dass Eike als Schöffe tĂ€tig war, lĂ€sst sich nicht nachweisen, es wĂ€re aber standesgemÀà gewesen und ist in Anbetracht seines herausragenden Rechtswissens ĂŒberaus wahrscheinlich. Jedenfalls war er dank seiner praktischen Erfahrung im sĂ€chsischen Gerichtswesen zum Experten geworden.
âRechtsbĂŒcherâ wie der Sachsenspiegel wurden in der gĂ€ngigen Lehr- und Handbuchliteratur nahezu einhellig als âprivateâ Rechtsaufzeichnungen bezeichnet,cite-ref-7[7] da Eike von Repgow kein ausgebildeter Jurist war. Seit lĂ€ngerem bestehen an dieser generalisierenden Charakterisierung jedoch Zweifel. Die aus dem 19. Jahrhundert ĂŒberkommene Zweiteilung in âprivatâ und âöffentlichâ ist eine moderne, dem Mittelalter fremde Vorstellung.cite-ref-8[8] Gegen eine Einordnung des Sachsenspiegels als âPrivatarbeitâ spricht, dass ihm eine groĂe Verbreitung wie Wirkung ja keineswegs versagt blieb und er von seinem Verfasser offenbar gerade nicht dazu bestimmt war, sein engstes Umfeld nicht zu verlassen.cite-ref-9[9] Die Geltung des Sachsenspiegels beruht nicht darauf, dass ein Herrscher ihn in Auftrag gegeben und nach Fertigstellung obrigkeitlich sanktioniert hĂ€tte. Eike schrieb vielmehr aus dem GedĂ€chtnis das gesamte in seiner Zeit geltende Recht nieder. Damit war bei ihm keineswegs die Vorstellung verbunden, dass das dort Niedergeschriebene nur deshalb gelten solle, weil es niedergeschrieben war. Die Aufzeichnung des Sachsenspiegels war kein Rechtssetzungsakt, sondern eine Sammlung bereits geltenden Rechts. Geltungsgrundlage war die stĂ€ndige Ăbung und allgemeine Akzeptanz, die Gewohnheit. In einer weitgehend schriftlosen Rechtskultur gab es neben dieser Gewohnheit grundsĂ€tzlich keine andere Rechtsquelle, so dass es nicht angemessen ist, den heutigen Begriff âGewohnheitsrechtâ zu verwenden. Dieser nĂ€mlich setzt das geschriebene Recht als Pendant voraus, welches zu Eikes Zeit jedenfalls fĂŒr das einheimische sĂ€chsische Recht nicht existierte. Um MissverstĂ€ndnissen vorzubeugen, verwendet die Fachwelt fĂŒr die Beschreibung dieses PhĂ€nomens den Begriff âRechtsgewohnheitâ.cite-ref-10[10] JĂŒngst sprach sich Hiram KĂŒmper fĂŒr eine Revision des tradierten Rechtsbuchbegriffs aus. Er lehnt die Reduktion auf âPrivatarbeitenâ ab. Nach seinem eingebrachten Definitionsvorschlag sind RechtsbĂŒcher âautoritative LehrbĂŒcherâ.cite-ref-11[11]
Nach eigenen Angaben schrieb Eike den Sachsenspiegel zunĂ€chst in lateinischer Sprache nieder und fertigte spĂ€ter dann eine deutsche Ăbersetzung. Die Ă€ltere Forschung hat sich viel damit beschĂ€ftigt, diese lateinische Vorlage zu suchen. Ăber einige Jahrzehnte galt als gesichert, dass die lateinische Vorlage des Lehnrechts der Auctor vetus de beneficiis sei. Ein Argument hierfĂŒr beruhte jedoch auf der Annahme, Eike habe neben dem Sachsenspiegel auch die Magdeburger Weltchronik verfasst, was sich mittlerweile als nicht haltbar erwiesen hat. Heute ist somit offen, ob die lateinische Vorlage des Lehnrechtsteils gefunden wurde. DarĂŒber hinaus wird auch bezweifelt, ob Eikes Aussage, er habe zunĂ€chst eine lateinische Fassung erstellt, ĂŒberhaupt zutreffend ist. Denkbar ist auch, dass seine Aussage ĂŒber eine lateinische Vorlage eine Erfindung ist, die in ein gĂ€ngiges Konzept seiner Zeit passen und der Rechtfertigung seines damals beispiellosen und gewagten Versuchs, erstmalig Recht in deutscher Sprache aufzuschreiben, dienen könnte. Eike sagte es in seiner Reimvorrede selbst: Nur mit Bedenken (âungerneâ) habe er der Bitte des Grafen Hoyer von Falkenstein entsprochen, den Sachsenspiegel auf Deutsch aufzuschreiben.cite-ref-12[12]
Eike schrieb tatsÀchlich geltendes Recht nieder, jedoch gibt es hiervon einige Ausnahmen, bei denen es um eigene, sich mit dem geltenden Recht nicht deckende Auffassungen oder auch Fiktionen geht. Das passt durchaus zum Namen, den er seinem Werk gibt. Dieser nÀmlich bettet es ein in die Tradition der spÀtmittelalterlichen Spiegelliteratur. Bei dieser Art von Schrifttum geht es darum, der Leserschaft buchstÀblich einen Spiegel (lateinisch Speculum) vorzuhalten, in welchem sie ihr Spiegelbild oder auch ein Zerrbild sehen, mit dem Zweck, sie zu verbessern. Beschrieben wird dabei ein Ideal, an welchem die Wirklichkeit zu messen sein soll, genau wie in Eikes Sachsenspiegel.
Mittelalterliches Rechtsbuch
Sprache
Der Sachsenspiegel ist nicht in Latein aufgezeichnet, sondern in Mittelniederdeutsch, genau gesagt in elbostfĂ€lisch. Er ist der erste ĂŒberlieferte lĂ€ngere deutsche Prosatext ĂŒberhaupt.cite-ref-13[13] Beides ist ungewöhnlich, nĂ€mlich einerseits, das vorher schriftlose Recht aufzuzeichnen, und andererseits, das in deutscher Sprache zu tun. Der Umstand, dass es sich beim Sachsenspiegel um den ersten lĂ€ngeren Prosatext in deutscher Sprache handelt, macht ihn zu einem begehrten Forschungsobjekt unter Sprachwissenschaftlern. In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ist im Bereich der Germanistik ein reges Interesse zu verzeichnencite-ref-14[14], wĂ€hrend die BeschĂ€ftigung mit dem Sachsenspiegel an den juristischen FakultĂ€ten deutlich abnahm.
Entstehungszeit und Entstehungsort
Die Datierung des Sachsenspiegels ist nur annĂ€hernd möglich. Nach ĂŒbereinstimmender Meinung aktueller Forschung wird die Entstehung des Sachsenspiegels zwischen 1220 und 1235 datiert.cite-ref-15[15] Der Autograph ist nicht ĂŒberliefert und die Ă€lteste datierte Handschrift (Harffer Sachsenspiegel) entstammt keinem frĂŒheren Jahr als 1295.cite-ref-16[16] Eike gibt das Datum der Vollendung seines Werkes auch nicht an, so dass eine zeitliche Einordnung nur anhand von Eikes mutmaĂlicher Lebensspanne einerseits und den ihm bekannten, datierbaren Ereignissen und Rechtstexten andererseits erfolgen kann. Anhaltspunkt fĂŒr den Terminus ante quem ist die Errichtung des Herzogtums Braunschweig-LĂŒneburg durch den Mainzer Reichslandfrieden in jenem Jahre 1235, denn dieses Herzogtum fehlt bei Eikes AufzĂ€hlung in Ldr. III 62 § 2.cite-ref-17[17] ErwĂ€hnt ist dieses Herzogtum allerdings in der Vorrede âVon der hohen Herren Geburtâ, bei der es sich allerdings um eine Interpolation handelt.cite-ref-18[18] Die Ă€ltere Literatur hielt diese Reimvorrede fĂŒr einen ursprĂŒnglichen Teil des Rechtsbuches und gelangte so zu dem falschen Schluss, Eike mĂŒsse den Sachsenspiegel nach 1235 fertiggestellt haben.cite-ref-19[19] Karl August Eckhardt hingegen meint, die Vorrede âVon der hohen Herren Geburtâ sei zwischen 1232 und 1234 entstanden und zieht hinsichtlich der ErwĂ€hnung des Herzogs von LĂŒneburg eine bewusste GeschichtsfĂ€lschung in ErwĂ€gung.cite-ref-20[20] Anhaltspunkt fĂŒr den Terminus post quem ist die Treuga Heinrici (1224), die âzu den wenigen klar nachweisbaren Quellen des Sachsenspiegels gezĂ€hlt werden darf.âcite-ref-21[21] Unklar ist, wo Eike von Repgow sein Werk verfasste. Die Ă€ltere Literatur zog verschiedene Orte im östlichen Harzvorland in Betracht und hatte dabei vor allem die Stiftsbibliothek von Quedlinburgcite-ref-22[22] oder die Domschule von Halberstadtcite-ref-23[23] oder auch die Burg Falkenstein diskutiert, spĂ€ter sind Magdeburgcite-ref-24[24] und Hallecite-ref-25[25] in den Blick geraten.
Peter Landau hat demgegenĂŒber in einem viel beachteten Aufsatz von 2005 das Kloster Altzelle vorgeschlagen.cite-ref-26[26] FĂŒr diesen Vorschlag hat Landau wesentlich zwei GrĂŒnde angefĂŒhrt, nĂ€mlich die zweimalige ZeugentĂ€tigkeit Eikes fĂŒr dieses Kloster und vor allem die dort nachweisbare Sammlung kanonistischer Handschriften, die Eike benutzt haben könnte. Landaus ErwĂ€gungen haben in der Fachwelt viel Zuspruch, zum Teil aber auch Ablehnung erfahren. So beruhen seine Ăberlegungen zu einem erheblichen Anteil darauf, welche BĂŒcher Eike benutzt haben soll. HierfĂŒr bezieht sich Landau auf Passagen aus dem Sachsenspiegel und weist unter Abgleich mit einer Bestandsliste der Klosterbibliothek zur Entstehungszeit des Sachsenspiegels darauf hin, dass Referenzwerke damals dort vorhanden waren. Dabei geht Landau davon aus, dass Eike weniger ein Rezipient der Bologneser Rechtstexte gewesen sei, sondern vielmehr in der anglo-normannischen kanonistischen Tradition gestanden habe. Diese Ăberlegungen richten sich jedoch gegen den fundamentalen Ausgangspunkt vom oralen Hintergrund des Sachsenspiegels. Nach dem bisherigen Stand der Forschung basiert der Sachsenspiegel jedenfalls ganz wesentlich auf der Aufzeichnung schriftloser Rechtsgewohnheit, nicht auf einer Kollage gelehrter Schriften. An diesem Punkt wirft sich auch die schwierige und grundlegende Frage auf, was OralitĂ€t eigentlich genau bedeutet. Weiterhin unterstreicht Landau die Position Eikes von Repgow als gelehrter Kanonist in einer Weise, die in der Ă€lteren wie auch in der neueren Forschung nicht alle Stimmen teilen.cite-ref-27[27] Andererseits verweisen Landaus Ăberlegungen auf eine These, die Karl Zeumer aufgebracht hat. Eike habe mit dem Zisterzienserorden in Verbindung gestanden und sei sogar zumindest zeitweise selbst ein Mönch gewesencite-ref-28[28], was wiederum eine StĂŒtze darin findet, dass Eike mit einem Blick auf die Quelle des Sachsenspiegels Zugang zu geistlicher Literatur gehabt zu haben scheint.
Aufbau und Inhalt
Ăber die Systematik des Sachsenspiegels wurden zahlreiche Vermutungen angestellt, etwa dass der Sachsenspiegel einem Ordnungssystem folge, das dem modernen Leser nicht mehr zugĂ€nglich seicite-ref-29[29], dass er entlang der Dekretalensammlung konzipiert worden seicite-ref-30[30] oder dass er sich am Verfahren orientiere.cite-ref-31[31]
Der Sachsenspiegel beginnt je nach Handschrift mit einer Vorrede in Strophen (prologus), eine Vorrede in Reimpaaren (praefatio rhythmica) und einem Prolog (textus prologi). Danach ist er untergliedert in Landrecht und Lehnrecht. Genau diese und keine anderen Rechtsgebiete stellt er nebeneinander.cite-ref-32[32] Auch wenn inhaltlich Gruppen von Artikeln und somit ein Gedankengang des Autors erkennbar sein mag, macht Eike doch keine Anstalten, das Recht danach zu gliedern, ob es um die Herausgabe einer geliehenen Sache oder um die Todesstrafe fĂŒr ein Verbrechen geht. Ob eine rechtliche Beziehung zwischen zwei Bauern oder zwischen ReichsfĂŒrst und König besteht, spielt konzeptionell keine Rolle. All das gehört dem Landrecht an. Unterschieden davon wird allerdings das Lehnrecht, und das hat nicht allein eine konzeptionelle Bedeutung, sondern ganz offensichtlich eine praktische. Ăhnlich unserer heutigen Vorstellung zeichnen sich die mittelalterlichen Rechtsgebiete dadurch aus, dass sie in unterschiedlichen Gerichtszweigen verhandelt werden. Dem schlieĂt sich die Frage an, was das Landrecht und was dagegen das Lehnrecht ausmacht.
Das Landrecht ist jedenfalls in den spĂ€teren Handschriften in drei BĂŒcher aufgeteilt. Das erste weist 71 Artikel auf, das zweite 72, das dritte schlieĂlich 91. Ein Schwerpunkt von Eikes Rechtsbuch liegt, ganz im Sinne mittelalterlichen Rechts, auf dem Geschehen vor Gericht. Mittelalterliches Recht ist vom Gericht aus gedacht und in erster Linie Prozessrecht.cite-ref-33[33] Zu Anfang seines Werkes geht Eike auf die Zwei-Schwerter-Theorie ein und vertritt hier die Auffassung, die geistliche und die weltliche Macht stĂŒnden gleichberechtigt nebeneinander.cite-ref-34[34] Es ist ein Beispiel einer Sachsenspiegel-Stelle, die im römischen Recht, kanonischen Recht und im mittelalterlichen Reichsrecht verankert ist.cite-ref-35[35] Der Sachsenspiegel spricht weiterhin von Materien, die heute dem Straf- und Privatrecht zugeordnet werden. Es geht um die Bestrafung von Verbrechen (ungerichte), daneben aber auch um Unrechtsausgleich zwischen den Beteiligten. Ein Strafrecht in unserem heutigen VerstĂ€ndnis kennt der Sachsenspiegel jedoch nur in frĂŒhen AnsĂ€tzen.cite-ref-36[36] Es geht im Sachsenspiegel auĂerdem um Ersatzzahlungen fĂŒr TierschĂ€den, um Nachbar- und GrundstĂŒcksrecht, die Wahl des Königs, den Kirchenbann, um nur einige Beispiele aus dem breiten Spektrum zu nennen. Es geht um alles, was zur Lebenszeit des Autors Eike von Repgow Recht war.
In vielen, nicht in allen Punkten, folgt Eike der zu Anfang seines Werkes formulierten Absicht, nur das von den guten Vorfahren hergebrachte Recht aufzuzeichnen. Manchmal wird er auch rechtsschöpferisch tĂ€tig. Zu nennen ist die so genannte Freiheitsstelle (Ldr III 42).cite-ref-37[37] Hier fĂŒhrt Eike, gegen die RealitĂ€ten seiner Zeit, aus, Leibeigenschaft verstoĂe gegen den Willen Gottes, so dass es sie deshalb nicht geben dĂŒrfe. Das sucht er zu beweisen anhand eines scholastischen Traktats. Er fĂŒhrt die Bibelstellen, die fĂŒr die Untermauerung des gegenteiligen Standpunktes (âUnfreiheit ist zulĂ€ssigâ) in Betracht kommen könnten, der Reihe nach auf und zeigt, dass sie bei richtigem VerstĂ€ndnis nicht fĂŒr diese Position streiten. Ein weiterer Punkt ist das Widerstandsrecht gegen den König. Eike meint, wenn der Monarch gegen das Recht verstoĂe, mĂŒsse kein Mann ihm folgen und es bestĂŒnde ein Recht, sich gegen solches Unrecht zu wehren.cite-ref-38[38]
Der zweite Teil des Sachsenspiegels â wie Altmeister Carl Gustav Homeyer ihn nennt â behandelt das Lehnrecht. Die Unterscheidung zum Landrecht ist in erster Linie eine stĂ€ndische. Das Lehnrecht nĂ€mlich gilt zunĂ€chst nur fĂŒr eine bestimmte Gruppe von Personen, die sich durch nur ihnen vorbehaltene Rechte und ausschlieĂlich ihnen zukommende Pflichten von allen anderen abgrenzen. Das dokumentieren diese Personen auch durch eine besondere Lebensweise. Bei diesen Leuten handelt es sich um das waffenfĂ€hige Rittertum. Das Lehnrecht allerdings enthĂ€lt nicht alles fĂŒr diese Personen geltende Recht, sondern nur einen Teil davon. Es geht um das gegenseitige VerhĂ€ltnis zwischen dem WaffenfĂ€higen und seinem Herrn. Der Ritter erhĂ€lt ein Anwesen, welches fĂŒr ihn die Existenzgrundlage darstellt, dafĂŒr ist er seinem Herrn zu Diensten, in erster Linie zur Waffenfolge verpflichtet. All das richtet sich nach Lehnrecht. FĂŒr das Lehnrecht des Sachsenspiegels kann die Autorenschaft Eikes â anders als fĂŒr das Landrecht â nicht als sicher gelten. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war immer nur das Landrecht gemeint, wenn vom âSachsenspiegelâ die Rede war, wĂ€hrend fĂŒr das, was heute âSachsenspiegellehnrechtâ genannt wird, vom âSĂ€chsischen Lehnrechtâ die Rede war. Karl August Eckhardt bezeichnete das als einen âuralte[n] Irrtumâ.cite-ref-39[39] Land- und Lehnrecht seien von Anfang an ein einheitliches Werk gewesen, dessen Autor Eike von Repgow gewesen sei. Nach derzeitigen Forschungsstand ist nichts davon sicher. Insbesondere kann die Urheberschaft Eikes fĂŒr den Lehnrechtsteil des Sachsenspiegels â anders als fĂŒr seinen Landrechtsteil â nicht als gesichert gelten. So bedarf â[d]ie Frage, wann und wie genau sich beide BĂŒcher zu einem verbanden, [...] der Revision.âcite-ref-40[40]
Das Landrecht gilt im Gegensatz zum Lehnrecht zwischen allen freien Menschen. Es kann regionale Besonderheiten aufweisen, hat aber auch eine ĂŒberregionale Schicht von Bestimmungen, die der Sachsenspiegel als âallgemeines Landrechtâ bezeichnet (Ldr III 79 § 2). Das Landrecht ist am klarsten ex negativo zu beschreiben: Was fĂŒr Eike jedenfalls nicht dazu zĂ€hlt, ist einerseits das Recht der StĂ€dte, ĂŒber welches er nicht spricht, andererseits das Hofrecht, also das Sonderrecht zwischen einem Herrn und einer Personengruppe, die in seine Grundherrschaft eingeordnet sind. Solche Materien spart Eike mit der BegrĂŒndung aus, diese VerhĂ€ltnisse lieĂen sich nicht darstellen, weil sie zu stark von Fall zu Fall differierten. Diese Regelungen hat er demnach als eigenen rechtlichen Bereich neben dem Landrecht wahrgenommen. Landrecht und Lehnrecht waren aus damaliger Sicht etwas so Verschiedenes, dass man in spĂ€terer Zeit die beiden Teile des Sachsenspiegels auch zwei verschiedenen Urhebern zuschrieb, zwischen denen Jahrhunderte lagen. Karl der GroĂe habe das Landrecht erlassen, wĂ€hrend das Lehnrecht auf Kaiser Friedrich Barbarossa zurĂŒckgehe.cite-ref-41[41] Nichts davon entspricht der Wirklichkeit, ist der Sachsenspiegel doch ein Rechtsbuch.
Ein Unterschied zwischen Landrecht und Lehnrecht liegt darin, dass das Landrecht nur fĂŒr ein âLandâ gilt, das heiĂt ursprĂŒnglich fĂŒr die dort lebenden Menschen bzw. den dort lebenden Stamm. So galt zum Beispiel fĂŒr jeden Schwaben sein schwĂ€bisches Recht, wo auch immer er sich gerade befand. Es wird vom Ă€lteren âPersonalitĂ€tsprinzipâ im Gegensatz zum neueren âTerritorialitĂ€tsprinzipâ gesprochen. Das Lehnrecht hat hingegen nichts mit der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Bevölkerungsgruppe oder Region zu tun und ist fĂŒr das gesamte Reich gleich. Das Lehnrecht des Sachsenspiegels ist dem Landrecht gegenĂŒber ĂŒberregional und auf die groĂe Welt ausgelegt. Ărtliche Begrenzungen wie im Landrecht kommen an keiner Stelle vor, der einzige Ortsname, der genannt wird, ist âRomâ, im Zusammenhang mit der Romfahrt des deutschen Königs. Die ReichsfĂŒrsten waren nach Lehnrecht verpflichtet, den König auf seinem Weg zur Kaiserkrönung in die ewige Stadt zu begleiten. Lehnrecht ist das Recht zwischen denjenigen, welche â wie der Sachsenspiegel es ausdrĂŒckt â einen âHeerschildâ haben. Die so genannte Heerschildordnung ist eine Hierarchie der Personen, die berechtigt sind, ein Lehen innezuhaben, wobei die Heerschildordnung des Sachsenspiegels nach den Thesen von Susan Reynolds ein systematisierendes Konstrukt Eikes war.cite-ref-42[42] Der Sachsenspiegel gruppierte Lehnsherren und LehnstrĂ€ger in sieben von ihm so genannte Heerschilde,cite-ref-43[43] in Anlehnung an seine sieben Zeitalter der Weltgeschichte. Der Heerschild steht als Symbol fĂŒr die kampffĂ€hige Ritterschaft und deutet auf die UrsprĂŒnge des Lehnswesens, die im BedĂŒrfnis nach einem schlagkrĂ€ftigen Heer lagen. Nach Eike hat der König den ersten Heerschild inne, die geistlichen FĂŒrsten den zweiten, die weltlichen den dritten, den vierten die freien Herren, den fĂŒnften deren Vasallen und die Schöffenbarfreien (das heiĂt Leute, die bei einem Gericht als Schöffen zugelassen waren), die sechste Stufe deren nicht mit einer besonderen Bezeichnung versehene Vasallen, der siebente Heerschild schlieĂlich ist leer, seine Inhaber unbekannt. Es ist also nicht sicher, ob es sie ĂŒberhaupt gibt bzw. ob sie als lehnsfĂ€hig anzusehen sind.
Bilderhandschriften
Ein ganz besonderes PhĂ€nomen, das von je her Interesse nicht nur von Forschern auf sich gezogen hat, sind die Bilderhandschriften zum Sachsenspiegel. Vier davon sind ĂŒberliefert und werden nach ihrem gegenwĂ€rtigen Aufbewahrungsort unterschieden: die auf der Grundlage einer Ă€lteren (verlorenen) aus dem spĂ€ten 13. Jahrhundert stammenden Vorlage wohl im frĂŒhen 14. Jahrhundert entstandene Heidelberger Bilderhandschrift, die Oldenburger Bilderhandschrift von 1336, die um 1350/63 entstandene Dresdner und schlieĂlich die um 1350/75 entstandene WolfenbĂŒtteler Bilderhandschrift. So etwas existiert in dieser Form von keinem anderen Rechtstext des Mittelalters, vermutlich ĂŒberhaupt von keinem anderen Text. Dabei handelt es sich um auĂergewöhnliche, durchgĂ€ngig illustrierte Handschriften zu dem Rechtsbuch, wobei auf jedem Blatt jeweils eine Spalte Text einer Spalte Bildern gegenĂŒbersteht. Vier solcher Bilderhandschriften sind ĂŒberliefert. Ihre Bilder nehmen jeweils auf bestimmte Textpassagen Bezug, was durch groĂ gezeichnete Anfangsbuchstaben, die sich sowohl im Text als auch in den Bildern finden, zum Ausdruck kommt. Oft enthĂ€lt der Text Informationen, die sich in den Bildern nicht finden, zum Teil ist es aber auch umgekehrt.
Ein Beispiel fĂŒr das Text-Bild-VerhĂ€ltnis findet sich in dem fĂŒr das mittelalterliche Rechtsdenken zentralen Rechtsbereich von Gericht und Urteil. In diesem Punkt gibt es zum modernen Verfahren einen entscheidenden Unterschied: Die heutige Auffassung von der Funktion eines Richters ist vom Einzelrichter des gelehrten Rechts geprĂ€gt, wĂ€hrend die des Sachsenspiegels eine grundlegend andere war: Der Richter saĂ der Verhandlung vor und leitete sie, traf aber selbst nicht die Entscheidung. Das âSchöpfenâ des Rechts war Aufgabe der Urteiler, der Schöffen. Nach dem Sachsenspiegel war es jeweils die Aufgabe eines einzigen Schöffen, das Recht zu finden. Zwar waren bei der Verhandlung stets mehrere Schöffen zugegen, doch fragte der Richter immer nur einen von ihnen, wie seine rechtliche Beurteilung laute. Der Richter war der âUrteilsfragerâ, weil er den Schöffen nach einem Urteil fragte, der Schöffe war der âUrteilsfinderâ. Die Antwort des Schöffen wurde zur Entscheidung des Rechtsstreits, wenn nicht sofort jemand Protest dagegen einlegte und das Urteil schalt (âUrteilsschelteâ). Wenn es dazu kam, war das Urteil nichts weiter als ein Lösungsvorschlag fĂŒr den rechtlichen Konflikt, der nicht mehr AutoritĂ€t fĂŒr sich beanspruchen konnte als der durch den Urteilsschelter formulierte Gegenvorschlag. Dem Richter war es nicht möglich, diese Form von ZerwĂŒrfnis ĂŒber die richtige Lösung sofort und selbst aus der Welt zu schaffen. Er musste eine Delegation schicken, die mit den beiden VorschlĂ€gen zu einem anderen Gericht zog (âRechtszugâ), das dann darĂŒber entschied, welcher Vorschlag Zustimmung verdiente. Dieses âUrteilâ brachte die Delegation zurĂŒck, es war dann die endgĂŒltige Lösung. Der Begriff âUrteilâ war in diesem mittelalterlichen Verfahren also mehrdeutig. Das abstrakte PhĂ€nomen eines endgĂŒltigen oder nicht endgĂŒltigen Urteils (âUrteilsvorschlagsâ) â in heutiger Terminologie so etwas wie die Frage der Rechtskraft â stellte der Zeichner mit verschiedengefĂ€rbten âUrteilsrosenâ dar.cite-ref-44[44]
EuropÀische Dimensionen
RechtsbĂŒcherzeit
Der Sachsenspiegel ist Teil einer allgemeinen Verschriftlichung bislang nur mĂŒndlich tradierten einheimischen Rechts, die im 12. und 13. Jahrhundert in Europa Hochkonjunktur hatte. Nach den Konflikten Anfang des 13. Jahrhunderts setzte im Reich ein erheblicher Entwicklungsschub ein, Gewohnheiten schriftlich zu fixieren. Der Sachsenspiegel ist eines der Zeugnisse dieser Entwicklung.cite-ref-45[45] Niedergelegt wird das Recht nunmehr in RechtsbĂŒchern. Das ist ein fĂŒr die damalige Zeit charakteristischer Quellentyp. Es handelt sich um umfassende Niederschriften zuvor mĂŒndlich tradierten Rechts ohne obrigkeitlichen Auftrag. Neben der Rechtsgewohnheit als Grundlage (1) ist fĂŒr ein Rechtsbuch charakteristisch, dass es umfassend das Rechtsleben einer Gemeinschaft durch Aufzeichnung zu durchdringen sucht und dabei normbildend wirkt (2), wobei diese Wirkung von herrschaftlichen oder auch kollektiven Rechtssetzungsakten klar abgrenzbar sein muss (3).cite-ref-46[46] Anschaulich fĂŒr den Geltungsgrund des Sachsenspiegels ist dabei das Bild von einem autoritativen Lehrbuch aus der Rechtskultur des englischen Common Law. AltehrwĂŒrdige LehrbĂŒcher berĂŒhmter Juristen vergangener Jahrhunderte sind dort als âbooks of authorityâ â mithin als Rechtsquellen â anerkannt.cite-ref-47[47] Eine Ă€hnliche Absicht verfolgt der Sachsenspiegel. Nicht Rechtssetzung, sondern Verschaffung von Rechtswissen fĂŒr den Leser (âLehreâ) ist zentrales Anliegen des Autors. âSvie lenrecht kunnen wille, die volge disses bukes lereâ â âWer das Lehnrecht kennen will, der folge der Lehre dieses Buchesâ: Mit diesen Worten beginnt der Lehnrechtsteil des Sachsenspiegels.cite-ref-48[48] Dass die Rechtsgewohnheit Grundlage von Eikes Werk war bedeutet nicht, dass sich gar keine Spuren aus schriftlichen Quellen in seinem Werk finden. Eine wichtige Rolle spielen â wie vor allem der bedeutende Rechtshistoriker Guido Kisch gezeigt hat â Passagen aus der Bibel.cite-ref-49[49] Daneben nimmt Eike unter anderem Bezug auf Landfrieden. Ferner kommen Anlehnungen an kanonistische Quellen in Betracht.
In der âRechtsbĂŒcherzeitâ (13.â15. Jahrhundert) entstanden in England das Werk De legibus et consuetudinibus Regni Angliae des Henry de Bracton, in Frankreich die Coutumes, in DĂ€nemark der liber legis Scaniae und das SkĂ„nske Lov, in Spanien die Fueros oder in Russland die Russkaja Prawda. Offenbar bestand geradezu ein âDrang zur Kodifikationâ.cite-ref-50[50] Karl August Eckhardt sagt, es habe europaweit âin der Luft gelegenâ, ein Rechtsbuch zu verfassen. Diese nebulöse Formulierung legt Zeugnis ab von einer gewissen Hilflosigkeit, wenn es um ErklĂ€rungen fĂŒr diese PhĂ€nomen geht. Auch wenn die Niederschrift von Recht allein keinen Rechtssetzungsakt darstellte, könnte doch die Vorstellung, Schriftlichkeit verleihe dem Recht eine höhere AutoritĂ€t, ein wichtiges Motiv fĂŒr die in ganz Europa zu beobachtende SchreibtĂ€tigkeit gewesen sein. Die Formulierung von der âconsuetudo in scriptis redactaâ (âin Schriftform gebrachte Gewohnheitâ) aus dem Decretum Gratiani legt von solchen Vorstellungen Zeugnis ab. Aber nicht nur in Rechtsdingen erlebte die LiteralitĂ€t um 1200 eine BlĂŒte, es ist auch die Zeit des höfischen Romans. Der Sachsenspiegel aber ist gerade kein literarischer Text, sondern Gebrauchsprosa, und zwar einer der ersten lĂ€ngeren Prosatexte in deutscher Sprache ĂŒberhaupt.cite-ref-51[51] Daher ist er nicht nur allein fĂŒr die Rechts-, sondern auch fĂŒr die Sprach- und Literaturwissenschaft von groĂem Interesse.
Ăberlieferung und rĂ€umliche Verbreitung
Kein anderer deutscher Rechtstext ist auch nur annĂ€hernd so dicht ĂŒberliefert wie der Sachsenspiegel. Bis heute erhalten sind 341 Handschriften des Landrechts und 94 des Lehnrechtscite-ref-52[52], die zahlreichen Fragmente nicht mitgerechnet. Weiterhin sind in Dresden, Heidelberg, Oldenburg und WolfenbĂŒttel vier erhaltene â fĂŒr den Sachsenspiegel einzigartige â Bilderhandschriften ĂŒberliefert. Eine weitere europĂ€ische Dimension des Sachsenspiegels liegt mithin in seiner Verbreitung. Eine anonyme rechtliche Abhandlung ĂŒber den Sachsenspiegel aus dem 15. Jahrhundert, die Informatio ex speculo Saxonum, gibt die einzige konkrete zeitgenössische Zahl zur handschriftlichen Verbreitung des Sachsenspiegels an. Danach soll es damals âin deme lande to sassen ind to westfalenâ ĂŒber 5000 (boeven vyff dusent) Handschriften gegeben haben, von denen heute nur noch die wenigsten wie die Werner Handschrift des Jahres 1444 erhalten sind.cite-ref-53[53]
Der Sachsenspiegel diente anderen RechtsbĂŒchern als Vorlage und erlangte Bekanntheit weit ĂŒber den deutschen Sprachraum hinaus. Die Aufnahme in die RechtsbĂŒcher anderer StĂ€dte sorgten fĂŒr die weitere Verbreitung des Sachsenspiegels. So lĂ€sst sich in den Stader Annalen des Benediktinerabts Albert von Stade und im 1270 entstandenen Hamburger Ordeelbook der Sachsenspiegel nachweisen. Am Mittelrhein entstand 1295 eine Ăbersetzung in kölnische Mundart, die als Harffer Sachsenspiegel bekannt ist.cite-ref-54[54] In den Niederlanden entstand ein hollĂ€ndischer Sachsenspiegel, und im Jahre 1479 erschien dort einer der ersten Drucke des Rechtsbuches.cite-ref-55[55] Im sĂŒddeutschen Sprachraum war der Schwabenspiegel verbreitet, der deutlich an den Sachsenspiegel angelehnt ist.cite-ref-56[56] Wenn der Schwabenspiegler auch aus verschiedenen anderen Quellen schöpft, nimmt der Sachsenspiegel unter seinen Vorlagen klar den ersten Rang ein. Viele Artikel des Schwabenspiegels sind mehr oder weniger hochdeutsche Ăbersetzungen von Sachsenspiegelartikeln. Zwischenstufen der Umarbeitung vom Sachsenspiegel zum Schwabenspiegel stellen dabei der Augsburger Sachsenspiegel und der wahrscheinlich um 1265 in Augsburg niedergeschriebene Deutschenspiegel darcite-ref-57[57], wobei diese beiden Quellen allerdings erheblich dĂŒnner ĂŒberliefert sind als Sachsen- und Schwabenspiegel. Die Umarbeitungen fanden zwischen 1265 und 1276 im Umkreis der Augsburger BarfuĂbrĂŒder statt und stehen in einer Wechselwirkung mit dem Augsburger Stadtrecht. Der an den Sachsenspiegel angelehnte Schwabenspiegel erfuhr eine Ăbersetzung ins Französische. Vor kurzem schien ein Nachweis des Sachsenspiegels (âspeculum in Saxoniaeâ) in den Protokollen der Cortes Catalanes von 1251 in Katalonien gelungen zu sein, wo dieser auf einer Ebene mit der englischen Magna Charta Libertatum von 1215 gestanden haben soll.cite-ref-58[58] Die Urkunde hat sich jedoch als FĂ€lschung erwiesen.cite-ref-59[59]
Von gröĂerer Bedeutung aber ist die Wanderung des Sachsenspiegels in Richtung Osten.cite-ref-60[60] Die Rezeption des Sachsenspiegels ist dabei untrennbar mit der des Magdeburger Rechts verbunden. HĂ€ufig ist in einer Art Paarformel von âSachsenspiegel und Magdeburger Rechtâ oder vom âsĂ€chsisch-magdeburgischen Rechtâ die Rede.cite-ref-61[61] Die Rezeption des Magdeburger Rechts ging einher mit der GrĂŒndung zahlreicher neue StĂ€dte, die mit dem in der Stadt Magdeburg geltenden Recht gewidmet worden. Damit war bei zweifelhaften Rechtsfragen Rechtsrat bei Magdeburger Schöffen als Oberhof einzuholen. Quelle des Magdeburger Rechts war neben den beiden Teilen des Sachsenspiegels das Stadtrecht von Magdeburg (SĂ€chsisches Weichbildrecht oder Magdeburger Weichbild), alles davon in glossierter Form.cite-ref-62[62]
Schon aus der sprachlichen Fassung âsĂ€chsisch-magdeburgisches Rechtâ wird ersichtlich, dass sich die beiden Komponenten (inhaltlich) kaum auseinanderhalten lassen. Diese Vermischung war auch durchaus eine zeitgenössische Erscheinung. Das wird deutlich in dem Titel eines fĂŒr das polnische Recht wichtigen Werkes von 1558, wenn dieser wie selbstverstĂ€ndlich behauptet, das Magdeburger Recht sei nichts anderes als der Sachsenspiegel: âArtykuĆy prawa majdeburskiego, ktĂłre zowiÄ
Speculum Saxonumâ, also âArtikel des Magdeburger Rechts, welche man Speculum Saxonum (lateinisch fĂŒr Sachsenspiegel)â nennt. Diese Aussage ist bei einem Blick auf die Quellen nicht richtig, sofern mit Magdeburger Recht (jedenfalls auch) das Magdeburger Stadtrecht, also das Magdeburger Weichbild gemeint ist. Dieses enthĂ€lt zentrale Aussagen zur Stadtverfassung, die sich im Landrecht des Sachsenspiegels, das ja in erster Linie eine lĂ€ndlich-bĂ€uerliche Welt vor Augen hat, nicht finden. Andererseits stehen im Magdeburger Weichbild auch RechtssĂ€tze, die inhaltlich nah am Landrecht der Sachsenspiegel sind, wĂ€hrend das Lehnrecht in einem stĂ€dtischen Kontext kaum eine groĂe Rolle spielen konnte. Alles in allem erweist sich mithin als rĂ€tselhaft, was jeweils genau gemeint ist. Es wird sich stets immer nur von Fall zu Fall mit einem vergleichenden Blick auf die konkreten Quellen erweisen lassen. Zwischen 1322 und 1337 entstand der âSpiegel Land- und Lehnsrechts fĂŒr Livlandâ (LivlĂ€ndischer Spiegel), der nichts anderes ist als ein Auszug aus dem Sachsenspiegel. Ferner nahm der Sachsenspiegel Einfluss auf das zu Anfang des 15. Jahrhunderts entstandene Stadtrechtsbuch der ungarischen Stadt Ofen (heute ein Teil von Budapest)cite-ref-63[63], wobei dies nur ein besonders bekanntes Beispiel unter ungarischen Rechtsquellen ist, die bewusst an den Sachsenspiegel anknĂŒpfen.cite-ref-64[64]
Nach den bezeugten Handschriften und der PrĂ€senz des Magdeburger Rechts muss Kleinpolen ein Zentrum der Verbreitung und Anwendung des Sachsenspiegels (bzw. des Magdeburger Rechts) gewesen sein.cite-ref-65[65] Im Jahr 1506 publizierte der königlich-polnischen Kanzler Jan Ćaski in Krakau â eine Stadt, welche die Erfindung des Buchdrucks zu einem prosperierenden Druckort lieĂ â eine lateinische Fassung des Sachsenspiegels und des Magdeburger Weichbildes neben heimischen Rechtsquellen.cite-ref-66[66] Zu nennen ist Krakau auch wegen der SpruchtĂ€tigkeit des Krakauer Obergerichts, die unter den gĂŒnstigen Bedingungen einer Residenz- und UniversitĂ€tsstadt eine besondere Rechtsliteratur zum Sachsenspiegel entwickeln lieĂ. In enger Verbindung mit Krakau steht der bedeutende polnische Jurist BartolomĂ€us Groicki (um 1534â1605), seit 1559 Schreiber des Krakauer Oberhofs fĂŒr deutsches Recht auf der Königsburg zu Krakau. Sein Hauptwerk erschien 1558 unter dem Titel ArtykuĆy prawa majdeburskiego, ktĂłre zowiÄ
Speculum Saxonum. Vom selben Autor stammt die Rechtssammlung âPorzÄ
dek sadĂłw i spraw miejskich prawa majdeburskiego w Koronie Polskiejââ (âStadtgerichts- und Prozessordnung des Magdeburger Rechts im Kronland Polenâ), die spĂ€ter in der Slowakei, vor allem aber in den Gebieten der spĂ€teren Ukraine, eine Rolle spielte. 1581 erschien in Lemberg eine polnische Ausgabe. des Weichbildes und des Sachsenspiegels in alphabetischer Ordnung durch den Lemberger Syndikus Pawel Szczerbic.cite-ref-67[67] Im Jahre 1735 entstand eine Ăbersetzung ins Russische.cite-ref-68[68] In der Ukraine und SĂŒdwestrussland gewann das Rechtsbuch an Gewicht, als nach der Abkopplung der Ukraine von Polen im Jahre 1654 die Forderung nach einem eigenen Rechtstext aufkam. Dieser orientierte sich dann stark am Sachsenspiegel, wenn auch ebenfalls am Litauischen Statut.cite-ref-69[69] So ging der Sachsenspiegel insbesondere in den 1743 erarbeiteten Kodex Prawa po kotorym suditsja malorossijskij narod (Rechte, nach denen das kleinrussische Volk Recht spricht) und in die 1807 erarbeitete Sammlung kleinrussischer Rechte ein.cite-ref-70[70] DarĂŒber hinaus fand der Sachsenspiegel im Gebiet des heutigen Tschechien Anwendung, wo in den Jahren 1481/1482 eine Ăbersetzung ins Tschechische entstand.
Rezeption und Wirkung â Bedeutung in der Rechtspraxis
Glossierungen
Beide Teile des Sachsenspiegels â sowohl das Landrecht wie auch das Lehnrecht â haben Bearbeitungen in Form von Glossierungen erfahren. Eine Glossierung â deren Ergebnis Glosse genannt wird â entspricht in etwa dem, was heute als Kommentierung bzw. Kommentar zu einem Gesetzestext bekannt ist.cite-ref-71[71] Die erste und bedeutendste Glosse zum Sachsenspiegel â genau gesagt zu seinem Landrecht â ist diejenige, die der markbrandenburgische Hofrat Johann von Buch um das Jahr 1325 erstellte (Buchâsche Glosse).cite-ref-72[72] Johann stammte aus ritterbĂŒrtigem Geschlecht in der Altmark (Buch bei TangermĂŒnde) und hatte seit 1305 in Bologna das römische und das kanonische Recht studiert. SpĂ€ter stand er im Dienste des Markgrafen von Brandenburg.cite-ref-73[73] Ein weiteres Werk Johanns, der Richtsteig Landrechts von vor 1335, stellt das Prozessrecht des Sachsenspiegels dem Prozesshergang folgend in mittelniederdeutscher Sprache dar und trug ebenfalls zum Erfolg des Sachsenspiegels bei. Ziel und Ergebnis dieser BemĂŒhungen war es, den Sachsenspiegel âdem römischen Recht gleichrangig an die Seite zu stellenâ.cite-ref-74[74] Wichtiger aber ist seine Glosse zum Landrecht des Sachsenspiegels (Buchâsche Glosse). Diese ist nach Sachsenspiegel und Schwabenspiegel der am breitesten ĂŒberlieferte deutschsprachige Rechtstext des Mittelalters. Von den 31 Druckausgaben, die das Sachsenspiegellandrecht seit Erfindung des Buchdrucks als Text des geltenden Rechts erfuhr (erstmals 1474), kommt nicht ein einziger ohne die Glosse aus, wobei die Buchâsche Glosse in spĂ€terer Zeit Erweiterungen erfuhr, die in den meisten Drucken, auch in den gĂ€ngigsten durch Christoph Zobel aus Leipzig besorgten, Niederschlag fanden (Bocksdorfâsche Vulgata). Auch der berĂŒhmte Sachsenspiegelforscher Carl Gustav Homeyer urteilte: âDie Glosse fand Ă€hnlichen Beifall, wie Eikes Werk selber.â Die Buchâsche Glosse prĂ€sentierte das alte Recht in völlig neuem Licht und verĂ€nderte es zum Teil grundlegend.cite-ref-75[75] Die erstmalige Glossierung hatte zur Folge, dass die Textentwicklung des Sachsenspiegels zum Stillstand kam. VerĂ€nderungen wurden fortan nur noch innerhalb der Glosse vorgenommen.cite-ref-76[76]
Johann von Buch geht als studierter Jurist davon aus, dass Grundlage des Sachsenspiegels ein königlicher Gesetzgebungsakt gewesen sei, genau gesagt ein solcher durch Karl den GroĂen. Bei diesem ursprĂŒnglich lateinischen Text handele es sich â in Johanns Worten â um âdas Privileg der Sachsenâ. Den mittelniederdeutschen, von ihm kommentierten Text â das heiĂt das Landrecht des Sachsenspiegels â hĂ€lt Johann fĂŒr eine im Wesentlichen zutreffende Ăbersetzung dieses Privilegs. Dabei sieht er dieses Privileg jedoch als verkĂŒrzte und wenig strukturierte Darstellung des gelehrten Rechts an, das somit in bewusster Abweichung von dem vermeintlich verderbten zeitgenössischen VerstĂ€ndnis (wie es im Privileg zu finden sei) im Sinne des gelehrten Rechts auszulegen sei. Somit nimmt Johann in seiner Glosse eine von der Auffassung seiner Tage bewusst abweichende Auslegung des Sachsenspiegeltextes im Sinne des gelehrten Rechts vor, wobei er allerdings meint, dadurch den wahren Sinngehalt des Sachsenspiegeltextes zu ermitteln.cite-ref-77[77] Der groĂe Erfolg, der Johanns Werk dabei beschieden war, steht im Zusammenhang damit, dass in Deutschland die Rezeption des gelehrten Rechts begonnen hatte.
Trotz ihrer groĂen Bedeutung in der spĂ€tmittelalterlichen und frĂŒhneuzeitlichen Praxis hat die Buchâsche Glosse in der rechtshistorischen Forschung â ganz anders als der Sachsenspiegel â herkömmlicherweise kaum Interesse gefunden. Die GrĂŒnde fĂŒr diese stiefmĂŒtterliche Behandlung liegen in erster Linie darin, dass Johanns Werk innerhalb der klassischen rechtshistorischen Schulenteilung in Romanisten und Germanisten wegen seines originĂ€ren Charakters nicht zu verorten ist. Die Buchâsche Glosse ist insofern zwischen die MĂŒhlsteine der beiden traditionellen Forschungsausrichtungen geraten. In den frĂŒhen 1990er Jahren begann an der SĂ€chsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig ein Projekt zur Edition der Glossen zum Sachsenspiegel. Auch zum sĂ€chsischen Lehnrecht entstand in der zweiten HĂ€lfte des 14. Jahrhunderts eine Glossierung, deren Verfasser allerdings unbekannt ist. Davon existiert eine lĂ€ngere und eine kĂŒrzere Fassung, wobei die lĂ€ngere die Ă€ltere ist.
Eine ganz andere Anpassung erfuhr der Sachsenspiegel bei einigen Artikeln, die mit dem Kirchenrecht nicht vereinbar waren. Im 14. Jahrhundert erwirkte der Augustinermönch Johannes Klenkok bei Papst Gregor XI. den Erlass einer Bulle (Salvator Humani Generis), mit der am 7. April 1374 vierzehn Vorschriften (articuli reprobati) und darauf beruhende Entscheidungen fĂŒr nichtig erklĂ€rt wurden.cite-ref-78[78] Die rechtshistorische Forschung im 19. Jahrhundert sah dies als Ausdruck âeiner kanonistischen Feindschaftâ gegen das Rechtsbuch an. Die moderne Forschung sieht in der Bulle jedoch eher einen Ausdruck von VerĂ€nderungen in der Rechtspraxis.cite-ref-79[79] So hatte die meisten dieser Regelungen auch schon die Buch'sche Glosse als ĂŒberholt angesehen.cite-ref-80[80] Die Bulle selbst findet sich in zahlreichen Handschriften. Auf die Bedeutung des Sachsenspiegels hatte die Bulle wohl aber keinen groĂen Einfluss.cite-ref-81[81] Einige auf dem Rechtsspiegel aufbauende Werke, wie die sĂ€chsische Oberhofgerichtsordnung von 1495, eine Handschrift des MeiĂner Rechtsbuch,cite-ref-82[82] oder die statuta regni von 1506 aus dem Königreich Polen enthielten die reprobierten Artikel aber nicht mehr.cite-ref-83[83]
Gelehrtes SĂ€chsisches Recht
Nachweisbar ist, dass SchöffenstĂŒhle bis in das 16. Jahrhundert hinein den Sachsenspiegel fĂŒr ihre Entscheidungen heranzogen. Auch gaben mehrere StadtrĂ€te die Herstellung von Handschriften des Rechtsbuchs in Auftrag, was fĂŒr seine Bedeutung und Verwendung in der Praxis spricht. Nach Auffassung der Rechtsgelehrten galt im frĂŒhneuzeitlichen Sachsen das Ius Saxonum, welches das Ius Imperiale verdrĂ€ngte. Hauptbestandteil dieses Ius Saxonum aber war der Sachsenspiegel (in glossierter Form). Die gĂ€ngigste Textausgabe von Sachsenspiegel mit Glosse war die durch den Leipziger Professors Christoph Zobel (1499â1560) besorgte, die in sechs Auflagen erschien (die erste 1535, die letzten fĂŒnf posthum bis 1614) und zum meistverbreiteten Sachsenspiegel-Text des Mittelalters wurde. Zobel etablierte eine Standardnummerierung, nach der andere gelehrte Juristen Sachsenspiegel und Glosse dann zitierten.
Bereits in der handschriftlichen Ăberlieferung von Sachsenspiegel und der Buchâscher Glosse sind Ăberarbeitungen greifbar, so dass es verschiedene Fassungen gibt, ohne dass mit Sicherheit feststĂŒnde, welche davon jeweils die ursprĂŒngliche ist. Solche Abweichungen gibt es auch in den Druckausgaben. Die erste erschien im Jahre 1474 in hochdeutscher Sprache in Basel.cite-ref-84[84] Die im Baseler PrimĂ€rdruck anzutreffende Textstufe von Sachsenspiegel mit Glosse bezeichnet die Literatur als âBocksdorfâsche Vulgataâ. Diese Benennung geht auf Theoderich (âDietrichâ) von Bocksdorf, Bischof zu Naumburg, zurĂŒck, der den Text, wie es im Kolophon heiĂt, âgecorrigieret hatâ. Zumindest in seinem Herkunftsgebiet blieb der Sachsenspiegel bis in das 19. Jahrhundert hinein geltendes Recht. In einem Kompendium des sĂ€chsischen Rechts aus dem Jahr 1851 sind Vorschriften aus dem Sachsenspiegel nebst ihren Erörterungen durch die Glosse auf einer Ebene mit zeitgenössischen Gesetzen und RegierungsbeschlĂŒssen aufgefĂŒhrt. Keineswegs nĂ€mlich sei Ă€lteres Recht durch die neue Gesetzgebung gĂ€nzlich obsolet geworden.
Nachwirkungen im geltenden Recht bis heute
Seit dem 18. Jahrhundert wurde der Sachsenspiegel in Deutschland von modernen Rechtskodifikationen ersetzt. Im Königreich PreuĂen wurde er durch das Allgemeine Landrecht fĂŒr die preuĂischen Staaten 1794 abgelöst. Der Sachsenspiegel blieb in einigen Regionen Deutschlands (Anhalt und ThĂŒringen) in Geltung bis am 1. Januar 1900 das BĂŒrgerliche Gesetzbuch in Kraft trat.cite-ref-85[85] Das EinfĂŒhrungsgesetz zum BĂŒrgerlichen Gesetzbuch regelte jedoch fĂŒr einige Bereiche, wie Erbpachtrecht, RentengĂŒter, wasserrechtliche Angelegenheiten und Familienfideikommisse, dass landesgesetzliche Vorschriften weiterhin gelten sollten. Hierzu gehörte auch der Sachsenspiegel. Diese Regelungen waren die Grundlage fĂŒr Entscheidungen nach 1900.cite-ref-86[86]
Im 19. Jahrhundert zogen immer wieder sowohl sĂ€chsische Gerichte als auch das Reichsgericht bei ihren Entscheidungen den Sachsenspiegel heran, zum Teil auch noch im 20. Jahrhundert. Die letzte auf den Sachsenspiegel gestĂŒtzte Entscheidung des Reichsgerichts erging im Jahr 1932.cite-ref-87[87] Noch Ende der 1980er Jahre erwog der Bundesgerichtshof, den Sachsenspiegel anzuwenden.cite-ref-88[88] Das Arbeitsgericht Hamburg zitierte in zwei Entscheidungen von 1998 den Sachsenspiegel als Beleg fĂŒr eine in unserem Kulturkreis seit langer Zeit fest verankerte RechtsĂŒberzeugung.
Nicht nur in Deutschland, sondern auch in den Weiten seines sich vor allen Dingen nach Osteuropa erstreckenden Einflussgebiets hatte der Sachsenspiegel Auswirkungen auf die geltenden Rechtsordnungen bis weit in die Neuzeit hinein. So ist das vom Sachsenspiegel beeinflusste KurlĂ€ndische Privatrecht von 1864 eine wichtige Grundlage fĂŒr das lettische Zivilgesetzbuch von 1937 (Civillikums), das in Lettland heute wieder geltendes Recht ist und damit von einem etwa 700 Jahre dauernden Einfluss des sĂ€chsisch-magdeburgischen Rechts in Ost- und Mitteleuropa ablegt. In der Ukraine entstand zwischen 1732 und 1735 eine unter anderem auf dem Sachsenspiegel basierende Rechtssammlung, die noch im 19. Jahrhundert vor Gericht Anwendung fand. Eine weitere aus der Ukraine stammende Rechtssammlung von 1807 enthĂ€lt 457 Verweise auf den Sachsenspiegel.cite-ref-89[89]
Bedeutung fĂŒr die rechtsgeschichtliche Forschung
Die letzte Druckausgabe des Sachsenspiegellandrechts (mit Glosse) als Text des geltenden Rechts datiert von 1614. Danach verlor das Rechtsbuch offenkundig erheblich an Bedeutung. Dies illustriert der Umstand, dass Sachsenspiegelhandschriften zerlegt und als Aktendeckel zweckentfremdet wurden. Auch wenn der Sachsenspiegel weiterhin galt, war er doch vornehmlich von historischem Interesse. Die seit dem 18. Jahrhundert wiedereinsetzenden und sich im 19. mehrenden Druckausgaben haben nicht das Ziel, einen Gesetzestext zum tĂ€glichen Gebrauch fĂŒr Juristen wiederzugeben, sondern vielmehr eine Geschichtsquelle. Das Interesse an solchen Geschichtsquellen allerdings erstarkte und gelangte zu einer BlĂŒte, als die Deutschen nach dem Scheitern eines einheitlichen Nationalstaates auf dem Wiener Kongress 1815 auf der Suche nach einer IdentitĂ€t und Einheit den Blick in die Vergangenheit schweifen lieĂen. In der Rechtswissenschaft wandten sich die Germanisten â in Abgrenzung zu den Romanisten â deutschsprachigen Rechtstexten des Mittelalters zu. Königsquelle dabei war immer der Sachsenspiegel, und das ist er bis heute geblieben.
19. Jahrhundert
Pionier und Altvater der Sachsenspiegelforschung in einem heutigen Sinn war Carl Gustav Homeyer, der seit 1827 eine Textausgabe des Sachsenspiegellandrechts herausgab, die bis heute Verwendung findet (3. Aufl. 1861). Im Jahr 1842 gab Homeyer auch das Lehnrecht des Sachsenspiegels heraus. Zu diesem Zweck erfasste er die damals greifbaren Drucke und vor allem Handschriften des Rechtsbuchs und katalogisiert sie. Auf den Arbeiten Homeyers basiert die spĂ€tere Zusammenstellung durch Karl August Eckhardt, auf dieser wiederum die bis heute maĂgebliche von Ulrich-Dieter Oppitz. Eckhardt, einem bedeutenden Rechtshistoriker und Rechtsbuchforscher mit nationalsozialistischer Vergangenheit, kommt dabei zugleich das Verdienst zu, die ĂŒberlieferten Handschriften in Klassen eingeteilt und diese einer frĂŒheren oder spĂ€teren Ăberlieferungsschicht zugeordnet zu haben, wobei jedoch in neuerer Zeit Christa Bertelsmeier-Kierst dieser Einteilung entgegengetreten ist.cite-ref-90[90] Auch Ruth Schmidt-Wiegand hat mehrfach auf den Wert der Homeyerâschen Ausgabe hingewiesencite-ref-91[91], und die Tischvorlage fĂŒr die DFG-Richtlinien zur Beschreibung mittelalterlicher deutscher Rechtshandschriften gibt ebenfalls der alten Ausgabe Homeyers gegenĂŒber der durch Eckhardt besorgten den Vorzug.cite-ref-92[92]
Im Rahmen der Wissenschaft vom deutschen Privatrecht und der historischen Rechtsschule des 19. Jahrhunderts nahm der Sachsenspiegel eine herausragende Stellung ein, was nicht zuletzt mit einer FehleinschĂ€tzung ihres Protagonisten Karl Friedrich Eichhorn in Verbindung steht. Dieser ging davon aus, der Sachsenspiegel gebe nicht spezifisch sĂ€chsisches, sondern vielmehr gemeindeutsches Recht wieder.cite-ref-93[93] Die auf der Annahme von einem gemeinsamen alten deutschen Recht basierende Privatrechtswissenschaft (âGermanistikâ) hat wichtige und zum Teil bis heute wertvolle Arbeiten hervorgebracht, wie Plancks Darstellung des mittelalterlichen deutschen Gerichtsverfahrens auf der Grundlage des Sachsenspiegelscite-ref-94[94] oder Julius Weiskes GrundsĂ€tze des teutschen Privatrechts nach dem Sachsenspiegel.cite-ref-95[95] Diese Darstellungen weisen jedoch stets einen dezidierten Gegenwartsbezug auf, was erklĂ€rtermaĂen der Ausrichtung damaliger Geschichtswissenschaft entsprachcite-ref-96[96], heute aber nicht mehr der Fall ist. Ein Beispiel ist die Abhandlung Hans Fehrs ĂŒber die Staatsauffassung Eikes von Repgow, in welcher Fehr sich zum Ziel setzt, in den (mittelalterlichen) Geist Eikes eindringen zu wollencite-ref-97[97], dabei jedoch Begrifflichkeiten des modernen Staatsrechts verwendet, womit interpretative Verzerrungen von vornherein unvermeidbar werden.cite-ref-98[98]
Nationalsozialismus
In der Zeit des Nationalsozialismus hatten Sachsenspiegelforschungen Hochkonjunktur. Sie galten der Suche nach einem urdeutschen, von der vermeintlich jĂŒdischen Rezeption des römischen Rechts unberĂŒhrten Rechtsquelle. Die JubilĂ€umsfeiern zum mutmaĂlichen 700. Todestag Eikes von Repgow in den Jahren 1933 auf der Burg Falkenstein und 1934 in Reppichgau waren deutlich vom nationalsozialistischen Geist dominiert, was den damals fĂŒr Eike errichteten Gedenktafeln unmissverstĂ€ndlich bis heute anzusehen ist.cite-ref-99[99] Die wohl durch die JubilĂ€umsfeiern inspirierte Monographie von Walter Möllenberg Eike von Repgow und seine Zeit war deutlich von der Blut-und-Boden-Ideologie beeinflusst.cite-ref-100[100]
Typischer Gegenstand von Arbeiten der spĂ€ten 1930er und vor allen Dingen der frĂŒhen 1940er Jahre war die Wanderung deutschen Rechts in Richtung Osten, was auf einer Linie lag mit der Vorstellung von einem germanischen Volk ohne Raum, das im Osten neuen Lebensraum in Besitz nehmen mĂŒsse. Mit der Privilegierung bestehender oder neu gegrĂŒndeter StĂ€dte mit Magdeburger Recht im Zuge der so genannten Ostsiedlung sowie der damit einhergehenden TĂ€tigkeit des Magdeburger Schöffengremiums hatte sich bereits die Ă€ltere rechtshistorische Forschung beschĂ€ftigtcite-ref-101[101], zumal weite Teile der in Frage stehenden Rezeptionsgebiete noch immer zum deutschen Reich oder zur Habsburgermonarchie gehörten. WĂ€hrend der nationalsozialistischen Herrschaft verstĂ€rkte sich das mit besonderem ideologischen Impetus, galt es nun doch aufzuzeigen, dass âder Deutsche ⊠also im Osten in kein Neulandâ komme.cite-ref-102[102] In diesem Kontext stehen damalige Forschungen zur Ausbreitung des Magdeburger Rechts und Forschungsreisen deutscher Wissenschaftler der damaligen Zeit in die besetzten Gebiete, insbesondere in das damals so genannte Generalgouvernement. Diese Forschungen fĂŒhrte das Institut zur Erforschung des Magdeburger Stadtrechts durch.
Nach 1945: Zwischen konventionellen Bahnen und NeuanfÀngen
Die Vereinnahmung der westlichen Wurzeln ostmitteleuropĂ€ischer Rechtsgeschichte unter dem Nationalsozialismus hat nach dem Zweiten Weltkrieg Forschungen in diese Richtung verstummen lassen, die schwierige Archivsituation in Zeiten des Kalten Krieges tat ein Ăbriges. In der DDR unterblieben Forschungen zum Sachsenspiegelrecht nahezu gĂ€nzlich, da dieses ideologisch aufgeladene Thema zum Aufbau der sozialistischen Gesellschaft als ĂŒberflĂŒssig galt. Dennoch fand 1959 in Eikes in der DDR gelegenen Herkunftsort Reppichau (zu Eikes Zeit: Repgow) eine Feier statt, als sich seine urkundliche ErwĂ€hnung zum 800sten Mal jĂ€hrte, in deren Rahmen das Recht des Sachsenspiegels der DDR-Justizministerin Hilde Benjamin zu Propagandazwecken auf das âsozialistische Rechtâ diente.cite-ref-103[103]
In der DDR war die Sachsenspiegelforschung â abgesehen von einer bedeutenden sprachwissenschaftlichen Arbeit Karl Bischofs von 1958 â weitgehend zum Erliegen gekommen.cite-ref-104[104] Erst mit den Arbeiten des Hallenser Rechtshistorikers Rolf Lieberwirth ab 1980 wurden wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse zur Person Eikes vorgelegt.cite-ref-105[105] Impulsgebend fĂŒr die Forschung wurde sein Vortrag von 1982.cite-ref-106[106] FĂŒr die frĂŒhe Bundesrepublik sind die Arbeiten des aus dem Exil zurĂŒckgekehrten Rechtshistorikers Guido Kisch zu nennen, die starke Rezeption erfuhren. Ferner erschienen seit Ende der 1950er Jahre mehrere neue Texteditionen, die bis in die Gegenwart die maĂgeblichen Textgrundlagen fĂŒr die Forschung sind. Im Jahr 1957 wurde eine Edition des Harffer Sachsenspiegels vorgelegt.
In den 1970er Jahren wurden die Forschungen zwischen Rechtshistorikern und Historikern sowie Sprachwissenschaftlern intensiviert. So untersuchte Peter Johanek das VerhÀltnis zwischen Eike von Repgow und dem Grafen Hoyer von Falkenstein.cite-ref-107[107] Karl Kroeschell wandte sich der grundlegenden Frage nach dem Zusammenhang von Recht und Schriftlichkeit am Beispiel des Sachsenspiegels zu.cite-ref-108[108]
Moderne Sachsenspiegelforschung
Eine Intensivierung zum sĂ€chsisch-magdeburgischen Recht begann Ende der 1980er Jahre, die in Editionen von SchöffensprĂŒchen durch Friedrich Ebel (1983, 1989/1995) Ausdruck fand. Seit den 1970er Jahren erschienen Editionen von allen vier Bilderhandschriften, die sich als wichtige Grundlage fĂŒr eine reiche interdisziplinĂ€re Forschungsliteratur erwiesen. In engem Zusammenhang mit dem Erscheinen der Editionen der WolfenbĂŒtteler sowie der Oldenburger Bilderhandschrift nebst Kommentierungen steht die Germanistin Ruth Schmidt-Wiegand. Im Jahr 2002 erschien nach einer 250 Jahre langen Geschichte vergeblicher Versuche erstmals eine wissenschaftliche Edition der Buchâschen Glosse zum Sachsenspiegel, welcher weitere Editionen anderer Glossen folgten.cite-ref-109[109] Im Jahr 2004 nahm ein mittlerweile abgeschlossenes Forschungsprojekt an der SĂ€chsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig seine Arbeit auf, das sich mit der systematischen Erforschung des sĂ€chsisch-magdeburgischen Rechts in Osteuropa beschĂ€ftigte.
Eine herausragende Rolle spielte hierbei der Hallesche Rechtshistoriker Heiner LĂŒck, der eine groĂe Zahl von Arbeiten zu vielen unterschiedlichen Bereichen des Sachsenspiegels aus den letzten Jahrzehnten vorgelegt hat. LĂŒck veröffentlichte unter anderem eine EinfĂŒhrung, die in einer 3. ĂŒberarbeiteten und erweiterten Auflage erschienen ist. LĂŒck brachte auĂerdem eine kommentierte Faksimileausgabe des Dresdner Sachsenspiegels heraus und leitet das bei der SĂ€chsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig angesiedelte Projekt âDas sĂ€chsisch-magdeburgische Recht als kulturelles Bindeglied zwischen den Rechtsordnungen Ost- und Mitteleuropasâ. Die laufende Edition der Sachsenspiegelglossen erfolgt durch eine Arbeitsstelle der Monumenta Germaniae Historica, die bei der Leipziger Akademie angesiedelt ist. Die Kooperation mit Wissenschaftlern aus diesen LĂ€ndern steht fĂŒr eine Internationalisierung der Sachsenspiegelforschung, von welcher auch das Erscheinen von mehreren Ăbersetzungen in andere Sprachen Zeugnis ablegt.cite-ref-110[110]
Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs hat die Erforschung des Magdeburger Rechts wieder neuen Aufschwung nehmen können â gerade auch in Form grenzĂŒbergreifender Kooperationen. In jĂŒngerer Zeit hat sich insbesondere die polnische Forschung wieder dem Magdeburger Recht zugewandt, wobei die Sicht auf die gemeinsame Tradition hĂ€ufig mit einer öffentlichen Inszenierung einherging.cite-ref-111[111] So feierte die Stadt Kiew im Jahr 1999 das fĂŒnfhundertjĂ€hrige JubilĂ€um der Bewidmung mit Magdeburger Recht. 2006 wurde ein Ă€hnliches JubilĂ€um im ukrainischen Lemberg, 2008 im litauischen Kaunas begangen. In Krakau fand 2007 anlĂ€sslich des 750. Jahrestages eine Ausstellung ĂŒber âKrakau als europĂ€ische Stadt des Magdeburger Rechtsâ statt, in Magdeburg war ein Jahr zuvor die Wanderausstellung âSachsenspiegel und Magdeburger Recht. Grundlagen fĂŒr Europaâ mit Stationen in Halle, BrĂŒssel und Warschau gestartet. In Deutschland gruppierten sich solche Forschungsanstrengungen um die SĂ€chsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, wo von 2004 bis 2020 das transnationale Projekt âDas sĂ€chsisch-magdeburgische Recht als kulturelles Bindeglied zwischen den Rechtsordnungen Ost- und Mitteleuropasâ beheimatet war.
Ausgaben, Ăbersetzungen und Handschriften
Ausgaben
âą Carl Gustav Homeyer: Des Sachsenspiegels zweiter Theil nebst den verwandten RechtsbĂŒchern. Band 1: Das sĂ€chsische Lehnrecht und der Richtsteig Lehnrechts, F. DĂŒmmler, Berlin 1842
âą Carl Gustav Homeyer: Des Sachsenspiegels Erster Theil, oder das sĂ€chsische Landrecht. Nach der Berliner Handschrift v. J. 1369. 3. Auflage. F. DĂŒmmler, Berlin 1861.
âą Claudius von Schwerin: Sachsenspiegel Landrecht. Reclams Universal-Bibliothek, Leipzig 1934.
âą Karl August Eckhardt: Sachsenspiegel. Landrecht (= Monumenta Germaniae Historica. Fontes iuris Germanici antiqui, Nova Series. 1/1), Harrassowitz, Wiesbaden 1955
âą Karl August Eckhardt: Sachsenspiegel. Lehnrecht (= Monumenta Germaniae Historica. Fontes iuris Germanici antiqui, Nova Series. 1/2), Harrassowitz, Wiesbaden 1956
âą MĂ€rta Ă
sdahl-Holmberg: Der Harffer Sachsenspiegel vom Jahre 1295. C.W.K. Gleerup, Lund 1957
âą Karl August Eckhardt: Sachsenspiegel. Quedlinburger Handschrift (= Monumenta Germaniae Historica. Fontes iuris Germanici antiqui. Band 8). Hahn, Hannover 1966.
Hochdeutsche Ăbersetzung
âą Ruth Schmidt-Wiegand, Clausdieter Schott: Eike von Repgow. Sachsenspiegel. (= Glanzlichter der Buchkunst. Band 15). Manesse-Verlag, ZĂŒrich 1984, ISBN 3-7175-1656-6.
Zu den Handschriften
âą Ulrich-Dieter Oppitz: Deutsche RechtsbĂŒcher des Mittelalters. Band 1: Beschreibung der RechtsbĂŒcher. Böhlau, Köln u. a. 1990, ISBN 3-412-17689-3, S. 21â32
âą Frank-Michael Kaufmann: Glossen zum Sachsenspiegel-Landrecht. Buch'sche Glosse (= Monumenta Germaniae Historica. Fontes iuris Germanici antiqui, Nova Series. Band 7/3). Hahn, Hannover 2002, ISBN 3-7752-5465-X, S. 1523â1551.
⹠Jörn Weinert: Die Dresdner Bilderhandschrift des Sachsenspiegels. Studien zur Schreibsprache. Böhlau, Köln u. a. 2007, ISBN 978-3-412-17206-0.
âą Christa Bertelsmeier-Kierst: Kommunikation und Herrschaft. Zum volkssprachlichen VerschriftlichungsprozeĂ des Rechts im 13. Jahrhundert. In: Zeitschrift fĂŒr deutsches Altertum und deutsche Literatur. Beiheft 9, 2008, S. 188â190.
âą Ruth Schmidt-Wiegand: Der WolfenbĂŒtteler Sachsenspiegel und seine Sonderstellung in der Ăberlieferung der RechtsbĂŒcher. In: WolfenbĂŒtteler BeitrĂ€ge 15, 2009, S. 9â43.
Bilderhandschriften und Bild-Text-Bezug
âą Karl von Amira: Die HandgebĂ€rden in den Bilderhandschriften des Sachsenspiegels (= Bayerische Akademie der Wissenschaften MĂŒnchen. Abhandlungen der Philosophisch(-philologischen)-historischen Klasse, Band 23/2), MĂŒnchen 1905, S. 163â263
âą Karl von Amira: Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels. Band 1: Faksimileausgabe. Hiersemann, Leipzig 1902
⹠Karl von Amira: Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels. Band 2: ErlÀuterungen. Hiersemann, Leipzig 1926
âą Ruth Schmidt-Wiegand: Die WolfenbĂŒtteler Bilderhandschrift des Sachsenspiegels und ihr VerhĂ€ltnis zum Text Eikes von Repgow. Herzog-August-Bibliothek, WolfenbĂŒttel 1983, ISBN 978-3-88373-038-7
âą Ruth Schmidt-Wiegand (Hrsg.): Text â Bild â Interpretation. Untersuchungen zu den Bilderhandschriften des Sachsenspiegels (= MĂŒnstersche Mittelalter-Schriften. Band 55). Fink, MĂŒnchen 1986, ISBN 3-7705-2333-4
âą Ruth Schmidt-Wiegand: Die Bilderhandschriften des Sachsenspiegels als Zeugen pragmatischer Schriftlichkeit. In: FrĂŒhmittelalterliche Studien 22, 1988, S. 357â387.
âą Ulrich Drescher: Geistliche Denkformen in den Bilderhandschriften des Sachsenspiegels (= Germanistische Arbeiten zur Sprache und Kulturgeschichte. Band 12). Lang, Frankfurt am Main u. a. 1989, ISBN 3-631-41714-4
âą Brigitte Janz: "Wir sezzen unde gebiten ...". Der Mainzer Reichslandfrieden in den Bilderhandschriften des Sachsenspiegels. In: BeitrĂ€ge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur 112, 1990, S. 242â266
âą Ruth Schmidt-Wiegand, Wolfgang Milde: Gott ist selber Recht. Die vier Bilderhandschriften des Sachsenspiegels. Oldenburg, Heidelberg, WolfenbĂŒttel, Dresden. (= Ausstellungskatalog der Herzog August Bibliothek. Band 67). WolfenbĂŒttel 1992, ISBN 3-88373-067-X.
âą Dagmar HĂŒpper: Funktionstypen der Bilder in den Codices picturati des Sachsenspiegels. In: Hagen Keller, Klaus GrubmĂŒller, Nikolaus Staubach (Hrsg.): Pragmatische Schriftlichkeit im Mittelalter. Erscheinungsformen und Entwicklungsstufen (= MĂŒnstersche Mittelalter-Schriften. Band 65). Fink, MĂŒnchen 1992, S. 231â250 (online)
âą Ruth Schmidt-Wiegand (Hrsg.): Die WolfenbĂŒtteler Bilderhandschrift des Sachsenspiegels. AufsĂ€tze und Untersuchungen. Kommentarband zur Faksimile-Ausgabe. Akademie-Verlag, Berlin 1993, ISBN 3-05-002359-7
⹠Ruth Schmidt-Wiegand: Der Oldenburger Sachsenspiegel. VollstÀndige Faksimile-Ausgabe des Oldenburger Sachsenspiegels, Codex Picturatus Oldenburgensis CIM 1410 der Landesbibliothek Oldenburg. Band 2, Interimskommentar (= Codices selecti phototypice impressi. Band 101), Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz 1993, ISBN 3-201-01623-3.
⹠BeitrÀge zur Oldenburger Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (= VortrÀge der Oldenburgischen Landschaft. Band 25), herausgegeben von der Oldenburgischen Landschaft. Isensee, Oldenburg 1994
âą Ruth Schmidt-Wiegand: Der Oldenburger Sachsenspiegel. VollstĂ€ndige Faksimile-Ausgabe des Oldenburger Sachsenspiegels, Codex Picturatus Oldenburgensis CIM 1410 der Landesbibliothek Oldenburg. Band 1, 3â5 (= Codices selecti phototypice impressi. Band 101). Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz 1995.
âą Ruth Schmidt-Wiegand: Autor und Illustrator in den Bilderhandschriften des Sachsenspiegels. In: Gerhard Köbler (Hrsg.): Wirkungen europĂ€ischer Rechtskultur. Festschrift Karl Kroeschell zum 70. Geburtstag. Beck, MĂŒnchen 1997, ISBN 3-406-42994-7, S. 1043â1064.
âą Ruth Schmidt-Wiegand: Eike von Repgow â Sachsenspiegel. Die WolfenbĂŒtteler Bilderhandschrift Cod. Guelf. 3.1 Aug. 2°. Band 1: Faksimile. Berlin 1993.
âą Ruth Schmidt-Wiegand: Eike von Repgow â Sachsenspiegel. Die WolfenbĂŒtteler Bilderhandschrift Cod. Guelf. 3.1 Aug. 2°. Band 2: Textband. Akademie-Verlag, Berlin 1993.
âą Henrike Manuwald: Mediale Inszenierungen von Geschichtsmodellen in den Codices picturati des "Sachsenspiegels". In: Ludger Grenzmann, Burkhard Hasebrink, Frank Rexroth (Hrsg.): GeschichtsentwĂŒrfe und IdentitĂ€tsbildung am Ăbergang zur Neuzeit (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Neue Folge, Band 41). De Gruyter, Berlin/Boston 2016, ISBN 978-3-11-049698-7, S. 114â157.
âą Henrike Manuwald: Rechtsgewohnheiten zum Anschauen. Die Bilderhandschriften des Sachsenspiegels. In: Gabriele Köster, Christina Link (Hrsg.): Faszination Stadt. Die Urbanisierung Europas im Mittelalter und das Magdeburger Recht. Sandstein, Dresden 2019, ISBN 978-3-941057-16-6, S. 104â121.
âą Dietlinde Munzel-Everling: Der Sachsenspiegel. Die Heidelberger Bilderhandschrift. Faksimile â Transkription â Ăbersetzung â Bildbeschreibung. Heidelberg 2009 (interaktive CD-ROM)
âą Raphael Holfeld, Julia-Katharina Horn: Calefurnia â eine römische Frau im Sachsenspiegel? Zur schriftlichen, mĂŒndlichen und rechtsikonografischen Ăberlieferung. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung fĂŒr Rechtsgeschichte. Germanistische Abteilung 139, 2022, S. 4â85.
âą Walter Koschorreck, Wilfried Werner: Der Sachsenspiegel. Die Heidelberger Bilderhandschrift Cod. Pal. Germ. 164. Insel-Verlag, Frankfurt am Main 1989, ISBN 978-3-458-16044-1.
âą Heiner LĂŒck: Dresdner Sachsenspiegel. Drei BĂ€nde: VollstĂ€ndige Faksimile-Ausgabe im Originalformat des Dresdner Sachsenspiegels, Interimskommentar und Textband (= Codices selecti phototypice impressi. Band 107). Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz 2002â2006, ISBN 3-201-01856-2.
Literatur
Bibliographie
âą Hiram KĂŒmper: Sachsenspiegel. Eine Bibliographie â mit einer Einleitung zu Ăberlieferung, Wirkung und Forschung. Bautz, Nordhausen 2004, ISBN 3-88309-148-0.
âą Guido Kisch: Sachsenspiegel-Bibliographie. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung fĂŒr Rechtsgeschichte. Germanistische Abteilung 90, 1973, S. 73â100 (wieder abgedruckt in: Guido Kisch: AusgewĂ€hlte Schriften, 3, Sigmaringen 1980, S. 82â109).
Sprache
âą Guido Kisch: Biblische EinflĂŒsse in der Reimvorrede des Sachsenspiegels. In: Publications of the Modern Language Association of America 54, 1939, ISSN 0030-8129, S. 20â36.
âą Karl Bischoff: Zur Sprache des Sachsenspiegels von Eike von Repgow. In: Zeitschrift fĂŒr Mundartforschung 19, 1944, S. 1â80.
âą Beate Hennig: Zum Sachsenspiegel als Quelle im mittelhochdeutschen Wörterbuch. In: Jörg Henning (Hrsg.): VarietĂ€ten der deutschen Sprache. Festschrift fĂŒr Dieter Möhn. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1996, ISBN 3-631-48855-6, S. 11â28
⹠Jörn Weinert: Die Dresdner Bilderhandschrift des Sachsenspiegels. Studien zur Schreibsprache. Böhlau, Köln u. a. 2007, ISBN 978-3-412-17206-0.
âą Jörn Weinert: Studien zur Sprache Eikes von Repgow. UrsprĂŒnge â Gestalt â Wirkungen (= Deutsche Sprachgeschichte. Texte und Untersuchungen. Band 8). Lang, Frankfurt am Main 2017, ISBN 978-3-631-71354-9.
Forschungsgeschichte, Editionsproblem
âą Karl Kroeschell Der Sachsenspiegel in neuem Licht. In: Heinz Mohnhaupt (Hrsg.): Rechtsgeschichte in den beiden deutschen Staaten (1988-1990). Beispiele, Parallelen, Positionen. Klostermann, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-465-02271-8, S. 232â244 (wieder abgedruckt in: Karl Kroeschell: Studien zum frĂŒhen und mittelalterlichen deutschen Recht (= Freiburger Rechtsgeschichtliche Abhandlungen. Neue Folge, Band 20). Duncker & Humblot, Berlin 1995, S. 457â469)
âą Ruth Schmidt-Wiegand: Von der autornahen zur ĂŒberlieferungskritischen Ausgabe des "Sachsenspiegels". In: Gerhard Lingelbach, Heiner LĂŒck (Hrsg.): Deutsches Recht zwischen Sachsenspiegel und AufklĂ€rung. Rolf Lieberwirth zum 70. Geburtstag (= Rechtshistorische Reihe. Nr. 80). Lang, Bern u. a. 1991, ISBN 3-631-43024-8, S. 13â25
âą Bettina Fentzke: Die Sachsenspiegel-Forschung. In: Karl Kroeschell, Albrecht Cordes (Hrsg.): Funktion und Form. Quellen und Methodenprobleme der mittelalterlichen Rechtsgeschichte (= Schriften zur europĂ€ischen Rechts- und Verfassungsgeschichte. Nr. 18). Duncker & Humblot, Berlin 1996, ISBN 3-428-08919-7, S. 117â133.
EinfĂŒhrungen und SammelbĂ€nde
âą Ruth Schmidt-Wiegand, Dagmar HĂŒpper: Der Sachsenspiegel als Buch (= Germanistische Arbeiten zur Sprache und Kulturgeschichte. Band 1). Lang, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-631-43651-3.
âą Egbert Koolmann (Hrsg.): Der sassen speyghel. Sachsenspiegel â Recht â Alltag. BeitrĂ€ge und Katalog zu den Ausstellungen Bilderhandschriften des Sachsenspiegels, Niederdeutsche Sachsenspiegel und Nun vernehmet in Land und Stadt, Oldenburg, Sachsenspiegel, Stadtrecht, Band 1 (= Veröffentlichungen des Stadtmuseums Oldenburg. Band 21). Isensee, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-240-7.
âą Karl Kroeschell: Von der Gewohnheit zum Recht. Der Sachsenspiegel im spĂ€ten Mittelalter. In: Hartmut Bookmann (Hrsg.): Recht und Verfassung im Ăbergang vom Mittelalter zur Neuzeit. Bericht ĂŒber Kolloquien der Kommission zur Erforschung der Kultur des SpĂ€tmittelalters 1994 bis 1995. Band 1 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen. Philologisch-Historische Klasse. Folge III, Band 228). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1998, ISBN 3-525-82500-5, S. 68â92
âą Heiner LĂŒck: Der Sachsenspiegel. Das berĂŒhmteste deutsche Rechtsbuch des Mittelalters. 2. Auflage, WBG, Darmstadt 2022, ISBN 978-3-650-40186-1.
Entstehung und Biographisches zu Eike von Repgow
âą Karl Zeumer: Ăber den verlorenen lateinischen Urtext des Sachsenspiegels. In: Festschrift Otto Gierke zum siebzigsten Geburtstag. Dargebracht von SchĂŒlern, Freunden und Verehrern. Böhlau, Weimar 1911, S. 455â474.
âą Erich Molitor: Der Gedankengang des Sachsenspiegels. BeitrĂ€ge zu seiner Entstehung. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung fĂŒr Rechtsgeschichte. Germanistische Abteilung 65, 1947, S. 16â69.
âą Peter Johanek: Eike von Repgow, Hoyer von Falkenstein und die Entstehung des Sachsenspiegels. In: Peter Johanek: Was weiter wirkt. Recht und Geschichte in Ăberlieferung und Schriftkultur des Mittelalters. Scriptorium, MĂŒnster 1997, ISBN 3-932610-02-4, S. 103â142 (zuerst 1984)
âą Peter Landau: Der Entstehungsort des Sachsenspiegels. Eike von Repgow, Altzelle und die anglo-normannische Kanonistik. In: Deutsches Archiv fĂŒr Erforschung des Mittelalters 61, 2005, S. 73â101 (online).
âą Christa Bertelsmeier-Kierst: Kommunikation und Herrschaft. Zum volkssprachlichen VerschriftlichungsprozeĂ des Rechts im 13. Jahrhundert. In: Zeitschrift fĂŒr deutsches Altertum und deutsche Literatur. Beiheft 9, 2008, S. 61â123.
âą Bernd Kannowski: Wieviel Gelehrtes Recht steckt im Sachsenspiegel und war Eike von Repgow Kanonist? In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung fĂŒr Rechtsgeschichte. Kanonistische Abteilung 99, 2013, S. 382â397
âą Jörn Weinert: Eike von Repgow, Verfasser des "Sachsenspiegels"? In: Zeitschrift fĂŒr deutsche Philologie 133, 2014, S. 67â98.
âą Dirk Heirbaut: Am Anfang war das Lehnrecht! Eike von Repgow als Lehnrechtsspezialist und die Entstehungsgeschichte des Sachsenspiegels. In: Heiner LĂŒck (Hrsg.): Von Sachsen-Anhalt in die Welt. Der Sachsenspiegel als europĂ€ische Rechtsquelle. Junkermann, Halle 2015, ISBN 978-3-941226-36-4, S. 105â122.
Charakter und Inhalt des Sachsenspiegels sowie einzelner Bestimmungen
âą Hans Fehr: Die Staatsauffassung Eikes von Regpau. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung fĂŒr Rechtsgeschichte. Germanistische Abteilung 37, 1916, S. 131â260
âą Karl Gottfried Hugelmann: Der Sachsenspiegel und das vierte Lateranensische Konzil. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung fĂŒr Rechtsgeschichte. Kanonistische Abteilung 13, 1924, S. 427â487
âą Guido Kisch: Sachsenspiegel and Bible (= Publications in Medieval Studies. Band 5). Notre Dame, Indiana 1941 (Nachdruck 1960)
âą Sten GagnĂ©r: Sachsenspiegel und Speculum ecclesiae. In: Niederdeutsche Mitteilungen 3, 1947, S. 82â103
âą Roderich Schmidt: Studien ĂŒber Eike von Repgow und den Sachsenspiegel. Greifswald 1951 (Diss.)
âą Gerhard Theuerkauf: Lex, speculum, compendium iuris. Rechtsaufzeichnung und RechtsbewuĂtsein in Norddeutschland vom 8. bis zum 16. Jahrhundert (= Forschungen zur deutschen Rechtsgeschichte. Band 6). Böhlau, Köln u. a. 1968, S. 98â182
âą Herbert Kolb: Ăber den Ursprung der Unfreiheit. Eine Quaestio im Sachsenspiegel. In: Zeitschrift fĂŒr deutsches Altertum 103, 1974, S. 289â311.
âą Hans-Georg Krause: Der Sachsenspiegel und das Problem des sogenannten Leihezwangs. Zugleich ein Beitrag zur Entstehung des Sachsenspiegels. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung fĂŒr Rechtsgeschichte. Germanistische Abteilung 93, 1976, S. 21â99.
âą Götz Landwehr: "Urteilfragen" und "Urteilfinden" nach spĂ€tmittelalterlichen, insbesondere sĂ€chsischen Rechtsquellen. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung fĂŒr Rechtsgeschichte. Germanistische Abteilung 96, 1979, S. 1â37.
âą Alexander Ignor: Ăber das allgemeine Rechtsdenken Eikes von Repgow (= Rechts- und staatswissenschaftliche Veröffentlichungen der Görres-Gesellschaft. Neue Folge, Band 42). Schöningh, Paderborn u. a. 1984.
âą Winfried Trusen: Die Rechtsspiegel und das Kaiserrecht. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung fĂŒr Rechtsgeschichte. Germanistische Abteilung 102, 1985, S. 12â59.
âą Takeshi Ishikawa: Die innere Struktur des mittelalterlichen Rechts. Das Beispiel des Sachsenspiegels. In: Karl Kroeschell, Albrecht Cordes (Hrsg.): Funktion und Form. Quellen und Methodenprobleme der mittelalterlichen Rechtsgeschichte (= Schriften zur europĂ€ischen Rechts- und Verfassungsgeschichte. Nr. 18). Duncker und Humblot, Berlin 1996, ISBN 3-428-08919-7, S. 135â152.
âą Karin Nehlsen-von Stryk: Prozessuales und materielles Rechtsdenken im Sachsenspiegel. In: Maximiliane Kriechbaum (Hrsg.): Festschrift fĂŒr Sten GagnĂ©r zum 3. MĂ€rz 1996. Aktiv Druck, Ebelsbach 1996, ISBN 3-9803848-4-5, S. 33â71
⹠Ludger Meuten: Die Erbfolgeordnung des Sachsenspiegels und des Magdeburger Rechts. Ein Beitrag zur Geschichte des sÀchsisch-magdeburgischen Rechts (= Rechtshistorische Reihe. Band 218). Lang, Frankfurt am Main u. a. 2000, ISBN 3-631-35628-5.
âą Dirk Heirbaut: Das Sachsenspiegel-Lehnrecht. Einige Bemerkungen ĂŒber seine SpezifizitĂ€t. In: Ignacio Czeguhn (Hrsg.): Recht im Wandel â Wandel des Rechts. Festschrift fĂŒr JĂŒrgen Weitzel zum 70. Geburtstag. Böhlau, Köln u. a. 2014, ISBN 3-412-22237-2, S. 93â108.
Königswahl
âą Egon Boshof: Erstkurrecht und ErzĂ€mtertheorie im Sachsenspiegel. In: Theodor Schieder (Hrsg.): BeitrĂ€ge zur Geschichte des mittelalterlichen deutschen Königtums (= Historische Zeitschrift, Beiheft, Neue Folge, Band 2). Oldenbourg, MĂŒnchen 1973, ISBN 3-486-43921-9, S. 84â121.
âą Franz-Reiner Erkens: KurfĂŒrsten und Königswahl. Zu neuen Theorien ĂŒber den Königswahlparagraphen im Sachsenspiegel und die Entstehung des KurfĂŒrstenkollegiums (= Monumenta Germaniae Historica. Studien und Texte. Band 30). Hahn, Hannover 2002, ISBN 3-7752-5730-6
âą Peter Landau: Eike von Repgow und die Königswahl im Sachsenspiegel. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung fĂŒr Rechtsgeschichte. Germanistische Abteilung 125, 2008, S. 18â49.
âą Armin Wolf: Die Datierung von Sachsenspiegel Landrecht III 57,2 und die Entstehung des KurfĂŒrstenkollegs. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung fĂŒr Rechtsgeschichte. Germanistische Abteilung 137, 2020, S. 421â451.
Glossierung
âą Karl August Eckhardt: Sachsenspiegel â Landrecht und Lehnrecht mit doppelter Glosse. Sassenspegel. Mit velen nyen Addicien san dem Leenrechte unde Richtstige (= Bibliotheca rerum historicarum. Nachdrucke, Band 10). Scientia-Verlag, Aalen 1978 (Reprint der Ausgabe Augsburg 1516)
âą Frank-Michael Kaufmann: Glossen zum Sachsenspiegel-Landrecht. Buch'sche Glosse (= Monumenta Germaniae Historica. Fontes iuris Germanici antiqui, Nova Series. Band 7/3). Hahn, Hannover 2002, S. 1552â1554 (dMGH, Zusammenstellung der 28 Drucke zwischen 1474 und 1732)
âą Frank-Michael Kaufmann: Die Glossen zum Sachsenspiegel-Lehnrecht. Handschriftliche Ăberlieferung, Textstufen, Verfasserfragen. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung fĂŒr Rechtsgeschichte. Germanistische Abteilung 123, 2006, S. 284â290.
âą Frank-Michael Kaufmann: Glossen zum Sachsenspiegel-Lehnrecht. Die kĂŒrzere Glosse (= Monumenta Germaniae Historica. Fontes iuris Germanici antiqui, Nova Series, Band 8). Hahn, Hannover 2006, ISBN 978-3-7752-2108-5
âą Bernd Kannowski: Die Umgestaltung des Sachsenspiegelrechts durch die Buch'sche Glosse (= Monumenta Germaniae Historica, Schriften, Band 56). Hahn, Hannover 2007, ISBN 978-3-7752-5756-5
⹠Frank-Michael Kaufmann: Glossen zum Sachsenspiegel-Lehnrecht. Die lÀngere Glosse (= Monumenta Germaniae Historica. Fontes iuris Germanici antiqui, Nova Series. Band 9). Hahn, Hannover 2013, ISBN 978-3-7752-2109-2
⹠Maike Huneke: Iurisprudentia romano-saxonica. Die Glosse zum Sachsenspiegel-Lehnrecht und die AnfÀnge deutscher Rechtswissenschaft (= Monumenta Germaniae Historica. Schriften. Band 68). Harrassowitz, Wiesbaden 2014, ISBN 978-3-447-10217-9 (Diss.)
âą Frank-Michael Kaufmann: Glossen zum Sachsenspiegel-Lehnrecht. Die Wurm'sche Glosse (= Monumenta Germaniae Historica. Fontes iuris Germanici antiqui, Nova Series. Band 12). Hahn, Hannover 2024, ISBN 978-3-447-12240-5
âą Gesine GĂŒldemund: Das Erbrecht der Buch'schen Glosse (= Forschungen zur deutschen Rechtsgeschichte. Band 35). Böhlau, Wien u. a. 2021, ISBN 978-3-412-52189-9.
Wirkung und Verbreitung
âą Elisabeth Nowak: Die Verbreitung und Anwendung des Sachsenspiegels. Hamburg 1965 (Diss.)
âą Karl Kroeschell: Rechtsaufzeichnung und Rechtswirklichkeit: Das Beispiel des Sachsenspiegels. In: Karl Kroeschell: Studien zum frĂŒhen und mittelalterlichen deutschen Recht (= Freiburger Rechtsgeschichtliche Abhandlungen. Neue Folge, Band 20). Duncker & Humblot, Berlin 1995, ISBN 3-428-08245-1, S. 419â456 (zuerst 1977, in: Recht und Schrift im Mittelalter, VortrĂ ge und Forschungen. Band 23, S. 349â380)
âą Bernd Kannowski, Stephan Dusil: Der Hallensische Schöffenbrief fĂŒr Neumarkt von 1235 und der Sachsenspiegel. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung fĂŒr Rechtsgeschichte. Germanistische Abteilung 120, 2003, S. 61â90.
âą Hiram KĂŒmper: Sachsenrecht. Studien zur Geschichte des sĂ€chsischen Landrechts in Mittelalter und frĂŒher Neuzeit. Duncker & Humblot, Berlin 2009, ISBN 978-3-428-13093-1.
âą Jörn Weinert: Zur sprachlichen Reichweite des "Sachsenspiegels" im deutschsprachigen Raum des spĂ€ten Mittelalters. In: Nikolaus Henkel, Thomas Noll, Frank Rexroth (Hrsg.): Reichweiten. Dynamiken und Grenzen kultureller Transferprozesse in Europa, 1400-1520, Band 1 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Neue Folge, Band 49/1). De Gruyter, Berlin/Boston 2020, ISBN 978-3-11-067004-2, S. 113â128
Die BÀnde der Arbeitsstelle Das sÀchsisch-magdeburgische Recht als kulturelles Bindeglied zwischen den Rechtsordnungen Ost- und Mitteleuropas:
âą Ernst Eichler, Heiner LĂŒck (Hrsg.), Wieland Carls (Redaktion): Rechts- und Sprachtransfer in Mittel- und Osteuropa. Sachsenspiegel und Magdeburger Recht. Internationale und interdisziplinĂ€re Konferenz in Leipzig vom 31. Oktober bis 2. November 2003 (= Ius saxonico-maideburgense in Oriente. Band 1). De Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-093876-0.
⹠Inge Bily, Wieland Carls, Katalin Gönczi (Hrsg.): SÀchsisch-magdeburgisches Recht in Polen. Untersuchungen zur Geschichte des Rechts und seiner Sprache (= Ius saxonico-maideburgense in Oriente, Band 2). De Gruyter, Berlin 2012, ISBN 978-3-11-024889-0.
⹠Inge Bily, Wieland Carls, Katalin Gönczi (Hrsg.): SÀchsisch-magdeburgisches Recht in Ungarn und RumÀnien. Autonomie und Rechtstransfer im Donau- und Karpatenraum (= Ius saxonico-maideburgense in Oriente. Band 3). De Gruyter, Berlin 2013, ISBN 978-3-11-029730-0.
⹠Elemér Balogh (Hrsg.): Schwabenspiegel-Forschung im Donaugebiet. KonferenzbeitrÀge in Szeged zum mittelalterlichen Rechtstransfer deutscher Spiegel (= Ius saxonico-maideburgense in Oriente. Band 4). De Gruyter, Berlin 2015, ISBN 978-3-11-031785-5.
⹠Inge Bily, Wieland Carls, Katalin Gönczi, Marija Lazar (Hrsg.): SÀchsisch-magdeburgisches Recht in Tschechien und in der Slowakei. Untersuchungen zur Geschichte des Rechts und seiner Sprache (= Ius saxonico-maideburgense in Oriente. Band 5). De Gruyter, Berlin 2018, ISBN 978-3-11-044476-6.
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Wikisource: Sachsenspiegel
â Quellen und Volltexte
Wiktionary: Sachsenspiegel
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
âą Literatur von und ĂŒber Sachsenspiegel im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
⹠Veröffentlichungen zum Sachsenspiegel im Opac der Regesta Imperii
Editionen
âą Sachsenspiegel in den Monumenta Germaniae Historica
⹠Sachsenspiegel als elektronischer Volltext im Textarchiv des Deutschen Rechtswörterbuchs
Digitalisate von Handschriften
âą Die Dresdner Bilderhandschrift des Sachsenspiegels. Mscr. Dresd. M. 32. Angebot der SLUB Dresden
âą Die Heidelberger Bilderhandschrift des Sachsenspiegels â digital. Angebot der UB Heidelberg
âą Die Oldenburger Bilderhandschrift des Sachsenspiegels â digital. Angebot der Landesbibliothek Oldenburg
âą Sachsenspiegel. In: kulturerbe.niedersachsen.de (Handschrift der Landesbibliothek Oldenburg; 279 S.)
âą Der WolfenbĂŒtteler Sachsenspiegel (mit Transkription und Ăbersetzung), Digitalisat der Handschrift der Herzog August Bibliothek. In: sachsenspiegel-online.de
⹠Das sÀchsische Landrecht. Online-Konglomerat Àlterer Drucke. In: feudalismus.eu/sachsenspiegel
âą Sachsenspiegel. Konrad von WĂŒrburg Handschrift der Staats- und UniversitĂ€tsbibliothek Bremen von 1342
âą Sachsenspiegel â LLB Mscr 60 Angebot der Lippischen Landesbibliothek
Anmerkungen
cite-note-11. â Sachsenspiegel, Reimvorrede, V. 151â153.
cite-note-22. â Nu danket al gemeine / dem von Valkensteine, / der greve Hoyer ist genant, / daz an diĂŒtisch ist gewant / diz buch durch sine bete:/ Eyke von Repgowe iz tete (Reimvorrede, V. 261â266).
cite-note-33. â 1209 (Ăbereignung einer Burg an Bischof von Naumburg); 1215 (RechtsgeschĂ€fte zwischen Kollegiatstift Coswig und Graf Heinrich von Aschersleben); 1218 (Ăbereignung einiger GĂŒter des Markgrafen Dietrich von MeiĂen an Kloster Altzelle); 1219 (Urkunde ĂŒber Rechtsstreit zwischen FĂŒrst Heinrich von Anhalt und Stift Goslar); 1224 (Urkundenzeuge auf Landding der Grafschaft Eilenburg in Delitzsch) 1233 (Schenkung der Markgrafen Johann und Otto von Brandenburg zugunsten des Klosters Berge). Cod. dipl. Anhalt. I Nr. 779 (1209, Mettine), Cod. dipl. Anhalt. II Nr. 14 (1215 Lippene), Cod. dipl. Sax. reg. I,3 Nr. 254 (1218), Cod. dipl. Anhalt. II Nr. 32 (1219), Cod. dipl. Sax. reg. I,3 Nr. 325 (1224), Cod. dipl. Anhalt. II Nr. 116 (1233 Salbke).
cite-note-44. â Hiram KĂŒmper: Sachsenspiegel - Eine Bibliographie. Mit einer Einleitung zu Ăberlieferung, Wirkung und Forschung. Nordhausen 2004, S. 28.
cite-note-55. â Erich Molitor: Der Gedankengang des Sachsenspiegels. BeitrĂ€ge zu seiner Entstehung. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung fĂŒr Rechtsgeschichte, Germanistische Abteilung 65, 1947, S. 15â69, hier: S. 19; anderer Auffassung Christa Bertelsmeier-Kierst: Kommunikation und Herrschaft. Zum volkssprachlichen Verschriftlichungsprozess des Rechts im 13. Jahrhundert. Stuttgart 2008, S. 87, 91; Ă€hnlich Peter Landau: Der Entstehungsort des Sachsenspiegels. Eike von Repgow, Altzelle und die anglonormannische Kanonistik. In: Deutsches Archiv fĂŒr Erforschung des Mittelalters 61, 2005, 73â101, hier: S. 100 (online); dagegen wiederum Bernd Kannowski: Wieviel Gelehrtes Recht steckt im Sachsenspiegel und war Eike von Repgow ein Kanonist? In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung fĂŒr Rechtsgeschichte, Kanonistische Abteilung 99, 2013, S. 382â397; Raphael Holfeld, Julia-Katharina Horn: Calefurnia â eine römische Frau im Sachsenspiegel? Zur schriftlichen, mĂŒndlichen und rechtsikonografischen Ăberlieferung. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung fĂŒr Rechtsgeschichte, Germanistische Abteilung 139, 2022, S. 40â85, hier: S. 53.
cite-note-66. â Vgl. Gerhard Theuerkauf: Sachsenrecht im Ăbergang von der Lex Saxonum zum Sachsenspiegel. In: Stefan Weinfurter (Hrsg.), Die Salier und das Reich, 3: Gesellschaftlicher und ideengeschichtlicher Wandel im Reich der Salier, Sigmaringen 1991, S. 415â423, hier S. 423; Gerhard Theuerkauf: Lex, Speculum, Compendium iuris. Rechtsaufzeichnung und RechtsbewuĂtsein in Norddeutschland vom 8. bis zum 16. Jahrhundert. Köln u. a. 1968, S. 99.
cite-note-77. â Die Bezeichnung bereits bei Jacob Friedrich Ludovici (Hrsg.): Sachsen-Spiegel oder das SĂ€chsische Landrecht in der Alt-Teutschen, Lateinischen und jetzo gebrĂ€uchlichen Hoch-Teutschen Sprache [.. .], Halle 1720, Vorrede § 12. Heiner LĂŒck RechtsbĂŒcher als âprivateâ Rechtsaufzeichnungen? In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung fĂŒr Rechtsgeschichte, Germanistische Abteilung 131, 2014, S. 418â433, hier: S. 421â426.
cite-note-88. â Hiram KĂŒmper: Sachsenrecht. Studien zur Geschichte des sĂ€chsischen Landrechts in Mittelalter und frĂŒher Neuzeit. Berlin 2009, S. 35 f.
cite-note-99. â Hiram KĂŒmper: Sachsenrecht. Studien zur Geschichte des sĂ€chsischen Landrechts in Mittelalter und frĂŒher Neuzeit. Berlin 2009, S. 38.
cite-note-1010. â Gerhard Dilcher, Heiner LĂŒck, Reiner Schulze, Elmar Wadle, JĂŒrgen Weitzel, Udo Wolter: Gewohnheitsrecht und Rechtsgewohnheit im Mittelalter. Berlin 1992.
cite-note-1111. â Hiram KĂŒmper: Sachsenrecht. Studien zur Geschichte des sĂ€chsischen Landrechts in Mittelalter und frĂŒher Neuzeit. Berlin 2009, S. 46. Kritisch zu dieser Definition wiederum Heiner LĂŒck RechtsbĂŒcher als âprivateâ Rechtsaufzeichnungen? In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung fĂŒr Rechtsgeschichte, Germanistische Abteilung 131, 2014, S. 418â433, hier: S. 424.
cite-note-1212. â Reimvorrede v. 261â271: Nu danket al gemeine / dem von Valkensteine, / der greve Hoyer ist genant, / daz an diĂŒtisch ist gewant / diz buch durch sine bete: / Eyke von Repgowe iz tete, / ungerne er'z aber an quam, / do er aber vornam / So groz dar zu des herren gere, / do ne hatte her keine were; / Des herren liebe in gare verwan.
cite-note-1313. â Friedrich Ebel, Art. Sachsenspiegel. In: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte IV, Berlin 1990, Sp. 1228â1237, hier: Sp. 1228.
cite-note-1414. â Ruth Schmidt-Wiegand (Hrsg.): Text â Bild â Interpretation. Untersuchungen zu den Bilderhandschriften des Sachsenspiegels, I. Textband. MĂŒnchen 1986; Ruth Schmidt-Wiegand, Dagmar HĂŒpper (Hrsg.): Der Sachsenspiegel als Buch. VortrĂ€ge und AufsĂ€tze. Frankfurt am Main u. a. 1991; Henrike Manuwald: Jesus und das Landrecht. Zur RealitĂ€tsreferenz in der Bibelepik. Basel 2018.
cite-note-1515. â Vgl. etwa Heiner LĂŒck: Der Sachsenspiegel als Kaiserrecht. Vom universalen Geltungsanspruch eines partikularen Rechtsbuches. In: Matthias Puhle, Claus-Peter Hasse (Hrsg.): Heiliges Römisches Reich deutscher Nation 962 bis 1806, 2: Von Otto dem GroĂen bis zum Ausgang des Mittelalters. Magdeburg 2006, S. 263â275, hier S. 263.
cite-note-1616. â Anders Bertelsmeier-Kierst, die ein Fragment auf Mitte des 13. Jahrhunderts datiert. Vgl. Christa Bertelsmeier-Kierst: Zur Ă€ltesten Ăberlieferung des Sachsenspiegels. In: Stephan Buchholz, Heiner LĂŒck (Hrsg.): Worte des Rechts â Wörter zur Rechtsgeschichte. Festschrift fĂŒr Dieter WerkmĂŒller zum 70. Geburtstag. Berlin 2007, S. 56â77.
cite-note-1717. â Karl Kroeschell: Von der Gewohnheit zum Recht. Der Sachsenspiegel im spĂ€ten Mittelalter. In: Hartmut Boockmann, Ludger Grenzmann, Bernd Moeller, Martin Staehelin (Hrsg.): Recht und Verfassung im Ăbergang vom Mittelalter zur Neuzeit. Teil 1. Bericht ĂŒber Kolloquien der Kommission zur Erforschung der Kultur des SpĂ€tmittelalters 1994 bis 1995. Göttingen 1998, S. 68â92, hier: S. 71.
cite-note-1818. â Vgl. dazu Rolf Lieberwirth, Die Sachsenspiegelvorrede von der herren geburt. In: Ruth Schmidt-Wiegand, Dagmar HĂŒpper (Hrsg.): Der Sachsenspiegel als Buch. Frankfurt am Main u. a. 1991, S. 1â18, hier: S. 1 ff, 3. f.
cite-note-1919. â Carl Wilhelm GĂ€rtner: Eykens von Repgow Sachsenspiegel oder das SĂ€chsische Landrecht. Leipzig 1732, Vorbericht § 4. (online)
cite-note-2020. â Die Entstehungszeit des Sachsenspiegels und der sĂ€chsischen Weltchronik. BeitrĂ€ge zur Verfassungsgeschichte des 13. Jahrhunderts. Berlin1 1931 S. 79; anders Rolf Lieberwirth, Die Sachsenspiegelvorrede von der herren geburt. In: Ruth Schmidt-Wiegand, Dagmar HĂŒpper (Hrsg.): Der Sachsenspiegel als Buch. Frankfurt am Main u. a. 1991, S. 1â18, hier: S. 16 f.
cite-note-2121. â Hiram KĂŒmper: Sachsenrecht. Studien zur Geschichte des sĂ€chsischen Landrechts in Mittelalter und frĂŒher Neuzeit. Berlin 2009, S. 82.
cite-note-2222. â Karl August Eckhardt: Sachsenspiegel IV, Eike von Repchow und Hoyer von Valkenstein. Hannover 1966, S. 65 f.; Joachim Heinzle: Modelle literarischer Interessenbildung. Literatur und neue Staatlichkeit, in: ders. (Hrsg.): Geschichte der deutschen Literatur von den AnfĂ€ngen bis zum Beginn der Neuzeit. Bd. 2, 2, Königsstein i. T. 1984, S. 21.
cite-note-2323. â Adolf Siebrecht: Halberstadt zur Zeit des Eike von Repgow. In: Mamoun Fansa (Hrsg.): Der sassen speyghel. Sachsenspiegel â Recht â Alltag, Bd. 2, Oldenburg 1995, S. 27â35.
cite-note-2424. â Peter Johanek: Eike von Repgow, Hoyer von Falkenstein und die Entstehung des Sachsenspiegels. In: Helmut JĂ€ger (Hrsg.): Civitatum Communitas. Studien zum EuropĂ€ischen StĂ€dtewesen. Festschrift fĂŒr Heinz Stoob. Bd. 2, Köln u. a. 1984, S. 716â755, hier: S. 723 f.
cite-note-2525. â Rolf Lieberwirth: Eike von Repchow und die Stadt Halle. In: Gerhard Köbler (Hrsg.): Wege europĂ€ischer Rechtsgeschichte. Festschrift fĂŒr Karl Kroeschell. Frankfurt am Main 1988, S. 272â280.
cite-note-2626. â Peter Landau: Der Entstehungsort des Sachsenspiegels. Eike von Repgow, Altzelle und die anglo-normannische Kanonistik. In: Deutsches Archiv fĂŒr Erforschung des Mittelalters 61, 2005, S. 73â101 (online).
cite-note-2727. â Bernd Kannowski: Wieviel Gelehrtes Recht steckt im Sachsenspiegel und war Eike von Repgow ein Kanonist? In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung fĂŒr Rechtsgeschichte, Kanonistische Abteilung 130, 2013, S. 382â397.
cite-note-2828. â Karl Zeumer: Die SĂ€chsische Weltchronik ein Werk Eikes von Repgow. In: Festschrift Heinrich Brunner. Weimar 1910, S. 135â174, hier: S. 139.
cite-note-2929. â Erich Molitor: Der Gedankengang des Sachsenspiegels. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung fĂŒr Rechtsgeschichte, Germanistische Abteilung 65, 1947, S. 15â69.
cite-note-3030. â Gerhard Theuerkauf: Lex, Speculum. Compendium iuris. Rechtsaufzeichnung und RechtsbewuĂtsein in Norddeutschland vom 8. bis zum 16. Jahrhundert. Köln u. a. 1968, S. 107â165.
cite-note-3131. â Alexander Ignor: Ăber das allgemeine Rechtsdenken Eikes von Repgow. Paderborn u. a. 1984, S. 260â281.
cite-note-3232. â Alexander Ignor: Ăber das allgemeine Rechtsdenken Eikes von Repgow. ZĂŒrich 1983, S. 258.
cite-note-3333. â Bernd Kannowski: Rechtsbegriffe im Mittelalter. Stand der Diskussion. In: Albrecht Cordes, Bernd Kannowski (Hrsg.): Rechtsbegriffe im Mittelalter. Frankfurt am Main u. a. 2002, S. 1â27.
cite-note-3434. â Ssp Ldr I 1: Tvei svert lit got in ertrike to bescermene de kristenheit. Deme pavese is gesat dat geistlike, deme keisere dat wertlike. Deme pavese is ok gesat to ridene to bescedener tiet up eneme blanken perde unde de keiser sal ime den stegerep halden, dur dat de sadel nicht ne winde. - Dit is de beteknisse, svat deme pavese widersta, dat he mit geistlikeme rechte nicht gedvingen ne mach, dat it de keiser mit wertlikem rechte dvinge deme pavese gehorsam to wesene. So sal ok de geistlike gewalt helpen deme wertlikem rechte, of it is bedarf.
cite-note-3535. â Heiner LĂŒck: Der Sachsenspiegel als Kaiserrecht. Vom universalen Geltungsanspruch eines partikularen Rechtsbuches. In: Matthias Puhle, Claus-Peter Hasse (Hrsg.): Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation 962â1806. Von Otto dem GroĂen bis zum Ausgang des Mittelalters. 20. Ausstellung des Europarates in Magdeburg und Berlin und Landesausstellung Sachsen-Anhalt. Essays. Dresden 2006, S. 263â273, hier: S. 267.
cite-note-3636. â Wolfgang Schild: Die strafrechtlichen Verfahren um "ungericht" im Sachsenspiegel: Am Beispiel der schlichten Klage und des RĂŒgeverfahrens. In: Heiner LĂŒck (Hrsg.): Sachsenspiegel. Die Dresdner Bilderhandschrift Mscr. Dresd. M 32; vollstĂ€ndige Faksimile-Ausgabe im Originalformat der Handschrift aus der SĂ€chsischen Landesbibliothek - Staats- und UniversitĂ€tsbibliothek Dresden. Graz 2011, S. 113â125, hier: S. 125.
cite-note-3737. â Dazu Hans von Voltelini: Der Gedanke der allgemeinen Freiheit in den deutschen RechtsbĂŒchern. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung fĂŒr Rechtsgeschichte, Germanistische Abteilung 57, 1937, S. 182â209; Adalbert Erler: Ăltere AnsĂ€tze zur Ăberwindung der Sklaverei. Wiesbaden 1978; Bernhard Töpfer: Naturrechtliche Freiheit und Leibeigenschaft. Das Hervortreten kritischer Einstellungen zur Leibeigenschaft im 13.â15. Jahrhundert. In: JĂŒrgen Miethke, Klaus Schreiner (Hrsg.): Sozialer Wandel im Mittelalter. Wahrnehmungsformen, ErklĂ€rungsmuster, Regelungsmechanismen. Sigmaringen 1994, S. 335â354. Es existiert ferner eine japanische Veröffentlichung zum Thema: Takeshi Ishikawa: Hito ni tsuite no Gevere shoko (Leibeigenschaft im Sachsenspiegel). In: Hokudai Hogaku Ronshu 37/4 (1987), S. 1â27.
cite-note-3838. â Sachsenspiegel Ldr III 78, dazu Fritz Kern: Gottesgnadentum und Widerstandsrecht im frĂŒheren Mittelalter. Zur Entwicklungsgeschichte der Monarchie. 2. Auflage, herausgegeben von Rudolf Buchner, MĂŒnster / Köln 1954 (Leipzig 1914).
cite-note-3939. â Karl August Eckhardt: RechtsbĂŒcherstudien, Heft 3: Die Textentwicklung des Sachsenspiegels von 1220 bis 1270. Berlin 1933, S. 49.
cite-note-4040. â Maike Huneke: Iurisprudentia romano-saxonica. Die Glosse zum Sachsenspiegel-Lehnrecht und die AnfĂ€nge deutscher Rechtswissenschaft. Wiesbaden 2014, S. 533.
cite-note-4141. â Na deme so scholde hir dat landtrecht wiken, wen id is elder wen id lenrecht. Wen dy edelle koning Karl dy grote gaff dat landtrecht, vnde keyser Frederick gaff dat lenrecht. Frank-Michael Kaufmann: Buchâsche Glosse. S. 204.
cite-note-4242. â Dazu Wilhelm A. Eckhardt: Die Heerschildordnung im Sachsenspiegel und die Lehnspyramide in hessischen Urkunden. In: Hessisches Jahrbuch fĂŒr Landesgeschichte 54, 2004, S. 47â68.
cite-note-4343. â Ssp Ldr I 3 § 2; Lnr Art. 1.
cite-note-4444. â Katharina König: Scheltegestus und Urteilsrosen â Vom Versuch, eine Ikonographie fĂŒr die Urteilsschelte zu erschaffen. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung fĂŒr Rechtsgeschichte, Germanistische Abteilung 127, 2010, S. 33â50.
cite-note-4545. â Gerd Althoff: Otto IV. â Woran scheiterte der welfische Traum vom Kaisertum? In: FrĂŒhmittelalterliche Studien 43, 2009, S. 199â214, hier: S. 202. Siehe ausfĂŒhrlich Hagen Keller: Vom 'heiligen Buch' zur 'BuchfĂŒhrung'. Lebensfunktionen der Schrift im Mittelalter. In: FrĂŒhmittelalterliche Studien 26, 1992, S. 1â31.
cite-note-4646. â Hiram KĂŒmper: Sachsenrecht. Studien zur Geschichte des sĂ€chsischen Landrechts in Mittelalter und frĂŒher Neuzeit. Berlin 2009, S. 44 f.
cite-note-4747. â Hiram KĂŒmper: Sachsenrecht. Studien zur Geschichte des sĂ€chsischen Landrechts in Mittelalter und frĂŒher Neuzeit. Berlin 2009, S. 44â47.
cite-note-4848. â Sachsenspiegel, Lehnrecht, Art. 1 Satz 1.
cite-note-4949. â Guido Kisch: Biblische EinflĂŒsse in der Reimvorrede des Sachsenspiegels. In: Publications of the Modern Language Association of America 54, 1939, S. 20â36; Guido Kisch: Sachsenspiegel and Bible. Notre Dame, Ind. 1941, S. 76â83 (Nachdruck 1960).
cite-note-5050. â Sten GagnĂ©r: Studien zur Ideengeschichte der Gesetzgebung. Stockholm u. a. 1960, S. 288.
cite-note-5151. â Friedrich Ebel: Sachsenspiegel. In: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte. Bd. 4. Berlin 1990, Sp. 1228â1237, hier: Sp. 1228.
cite-note-5252. â Friedrich Ebel: Art. Sachsenspiegel. In: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte IV, Berlin 1990, Sp. 1228â1237, hier: Sp. 1231.
cite-note-5353. â Hiram KĂŒmper: Sachsenrecht. Studien zur Geschichte des sĂ€chsischen Landrechts in Mittelalter und frĂŒher Neuzeit. Berlin 2009, S. 263.
cite-note-5454. â Heiner LĂŒck: Der Sachsenspiegel. Das berĂŒhmteste deutsche Rechtsbuch des Mittelalters. 2. durchgesehene Auflage. Darmstadt 2022, S. 134.
cite-note-5555. â HollĂ€ndischer Sachsenspiegel, Gouda (Gerard Leeu) 1479 (GW 9269).
cite-note-5656. â Zum Schwabenspiegel vgl. vor allem die entsprechenden Artikel in den einschlĂ€gigen Lexika: Peter Johanek: Art. Schwabenspiegel. In: Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon 8, 1992, Sp. 896â907; Winfried Trusen: Art. Schwabenspiegel. In: HRG 4, 1990, Sp. 1547â1551; Karin Nehlsen-von Stryk: Art. Schwabenspiegel. In: Lexikon des Mittelalters 7, 1995, Sp. 1603â1605; sowie Harald Rainer Derschka: Der Schwabenspiegel. Ăbertragen in heutiges Deutsch mit Illustrationen aus alten Handschriften. MĂŒnchen 2002.
cite-note-5757. â Karl August Eckhardt, Alfred HĂŒbner (Hrsg.): Deutschenspiegel und Augsburger Sachsenspiegel (= Monumenta Germaniae Historica, Fontes iuris Germanici antiqui. Neue Folge 3). 2., neubearbeitete Auflage. Hannover 1933, S. 77. Der Deutschenspiegel ist vollstĂ€ndig nur in einer Handschrift ĂŒberliefert: Innsbruck, UniversitĂ€tsbibliothek, Hs. 922; vgl. Ulrich-Dieter Oppitz: Deutsche RechtsbĂŒcher des Mittelalters. 2, Köln u. a. 1990, Nr. 731.
cite-note-5858. â Ignacio Czeguhn: RechtsbĂŒcher in Spanien. In: Heiner LĂŒck (Hrsg.): Von Sachsen-Anhalt in die Welt. Der Sachsenspiegel als europĂ€ische Rechtsquelle. Halle an der Saale 2015, S. 223â232.
cite-note-5959. â Heiner LĂŒck: Der Sachsenspiegel. Das berĂŒhmteste deutsche Rechtsbuch des Mittelalters. 2. durchgesehene Auflage. Darmstadt 2022, S. 134.
cite-note-6060. â Dazu die Publikationen des Projekts âDas sĂ€chsisch-magdeburgische Recht als kulturelles Bindeglied zwischen den Rechtsordnungen Ost- und Mitteleuropasâ, (abgerufen am 8. Dezember 2024).
cite-note-6161. â Heiner LĂŒck: Die Rezeption des Sachsenspiegels und des Magdeburger Rechts in Ostmitteleuropa. In: Heiner LĂŒck (Hrsg.): Eike von Repgow. Sachsenspiegel. Die Dresdner Bilderhandschrift Mscr. Dresd. M 32. AufsĂ€tze und Untersuchungen. Graz 2011, S. 151â159.
cite-note-6262. â Bernd Kannowski: Die dritte SĂ€ule und das Dach. Bemerkungen zur SĂ€chsischen Weichbildvulgata mit Glosse und zum Remissorium des Dietrich von Bocksdorf. In: Deutsches Archiv fĂŒr Erforschung des Mittelalters 75, 2019, S. 143â176.
cite-note-6363. â Dazu Katalin Gönczi: Ungarisches Stadtrecht aus europĂ€ischer Sicht. Die Stadtrechtsentwicklung im spĂ€tmittelalterlichen Ungarn am Beispiel Ofen. Frankfurt am Main 1997.
cite-note-6464. â Heiner LĂŒck: EinfĂŒhrung: Das sĂ€chsisch-magdeburgische Recht als kulturelles Bindeglied zwischen den Rechtsordnungen Ost- und Mitteleuropas. In: Ernst Eichler, Heiner LĂŒck (Hrsg.): Rechts- und Sprachtransfer in Mittel- und Osteuropa: Sachsenspiegel und Magdeburger Recht. Internationale und interdisziplinĂ€re Konferenz in Leipzig vom 31. Oktober bis 2. November 2003. Berlin 2008, S. 1â28, hier: S. 21; Heiner LĂŒck: Zur Rezeption des sĂ€chsisch-magdeburgischen Rechts. Das Beispiel Ungarn. In: Thomas Bremer (Hrsg.): BeitrĂ€ge zur deutsch-ungarischen Kulturwissenschaft. Halle an der Saale 2001, S. 9â28.
cite-note-6565. â Heiner LĂŒck: Recht ohne Grenzen? Wege, HĂŒrden und Schranken der Verbreitung sĂ€chsischmagdeburgischen Rechts in Ost- und Mitteleuropa. In: Berndt Hamm, Frank Rexroth, Christine Wulf (Hrsg.): GrenzĂŒberschreitung und Partikularisierung. Band 2 Berlin u. a. 2021, S. 83â100, hier: S. 89.
cite-note-6666. â Jan Ćaski: Commune Incliti Poloniae regni privilegium constitutionum et indultuum publicitus decretorum approbatorumque. Krakow 1506.
cite-note-6767. â Grzegorz M. Kowalski, PaweĆ Szczerbic: Speculum Saxonum. Albo Prawo saskie i majdeburskie, porzÄ
dkiem obiecadĆa z ĆaciĆskich i niemieckich egzemplarzĂłw zebrane a na polski jÄzyk z pilnoĆciÄ
i wiernie przeĆoĆŒone. KrakĂłw 2016 (Ausgabe der Ăbersetzung durch Pawel Szczerbic, Lemberg 1581).
cite-note-6868. â Hiram KĂŒmper: Sachsenrecht. Studien zur Geschichte des sĂ€chsischen Landrechts in Mittelalter und frĂŒher Neuzeit. Berlin 2009, S. 367 ff.
cite-note-6969. â Heiner LĂŒck: Der Sachsenspiegel. Das berĂŒhmteste deutsche Rechtsbuch des Mittelalters. 2. durchgesehene Auflage. Darmstadt 2022, S. 136.
cite-note-7070. â Vgl. dazu Mykola Kobyleckyj: Das magdeburgische Recht als Quelle des Kodex von 1743. In: Ernst Eichler, Heiner LĂŒck (Hrsg.): Rechts- und Sprachtransfer in Mittel- und Osteuropa. Sachsenspiegel und Magdeburger Recht. Berlin 2008, S. 141â155; Mykola Kobyleckyj: Der Sachsenspiegel und seine Anwendung in der Ukraine. In: Heiner LĂŒck (Hrsg.): Von Sachsen-Anhalt in die Welt. Der Sachsenspiegel als europĂ€ische Rechtsquelle. Halle an der Saale 2015, S. 211â222.
cite-note-7171. â Dazu die BeitrĂ€ge in Susanne Lepsius (Hrsg.): Juristische Glossierungstechniken als Mittel rechtswissenschaftlicher Rationalisierungen. Erfahrungen aus dem europĂ€ischen Mittelalter â vor und neben den groĂen âGlossae ordinariaeâ. Berlin 2022.
cite-note-7272. â Zu Johanns Person immer noch grundlegend Karl Friedrich von Klöden: Ueber den Verfasser der niedersĂ€chsischen (Buchschen) Glosse zum Sachsenspiegel und des Richtsteiges. In: MĂ€rkische Forschungen 2 (1843), S. 242â296.
cite-note-7373. â Heiner LĂŒck: Johann von Buch (ca. 1290-ca. 1356) - Stationen einer juristisch-politischen Karriere. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung fĂŒr Rechtsgeschichte. Germanistische Abteilung 124, 2007, S. 120â143.
cite-note-7474. â Heiner LĂŒck Der Sachsenspiegel. Das berĂŒhmteste deutsche Rechtsbuch des Mittelalters. Darmstadt 2017, S. 128.
cite-note-7575. â Bernd Kannowski: Die Umgestaltung des Sachsenspiegelrechts durch die Buch'sche Glosse. Hannover 2007.
cite-note-7676. â Bernd Michael: Deutsche Rechtshandschriften. Anmerkungen zur Verschriftlichung des Rechts. In: Peter Jörg Becker, Eef Overgaauw (Hrsg.): Aderlass und Seelentrost. Die Ăberlieferung deutscher Texte im Spiegel Berliner Handschriften und Inkunabeln. Mainz 2003, S. 292â298, vor allem S. 297.
cite-note-7777. â Gesine GĂŒldemund: Das Erbrecht der Buch'schen Glosse. Wien 2021.
cite-note-7878. â Heiner LĂŒck: Der Sachsenspiegel. Das berĂŒhmteste deutsche Rechtsbuch des Mittelalters. 2. durchgesehene Auflage. Darmstadt 2022, S. 122.
cite-note-7979. â Ulrike Lade-Messerschmied: Die articuli reprobati des Sachsenspiegels. Zur Rezeption eines Rechtstextes. In: Ruth Schmidt-Wiegand, Dagmar HĂŒpper (Hrsg.): Der Sachsenspiegel als Buch. Frankfurt am Main 1991, S. 169â217; Ulrike Lade-Messerschmied: Articuli reprobati. In: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte. 2. Auflage, Band I, Sp. 311â312.
cite-note-8080. â Heiner LĂŒck: Der Sachsenspiegel. Das berĂŒhmteste deutsche Rechtsbuch des Mittelalters. 2. durchgesehene Auflage. Darmstadt 2022, S. 122.
cite-note-8181. â Ulrike Lade-Messerschmied: Articuli reprobati. In: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte. 2. Auflage, Band I, Sp. 311â312.
cite-note-8282. â Hiram KĂŒmper: Sachsenrecht Studien zur Geschichte des sĂ€chsischen Landrechts in Mittelalter und frĂŒher Neuzeit. Berlin 2009 S. 248.
cite-note-8383. â Hans Josef Kullmann: Klenkok und die âarticuli reprobatiâ des Sachsenspiegels. Frankfurt am Main 1959, S. 21.
cite-note-8484. â Sassenspiegel den der erwirdige in Got vater unde herre Theodericus von bockstorf bischoff zur Nuenburg seliger gecorrigieret hat, Basel (bei Bernhard Richel) 1474.
cite-note-8585. â Heiner LĂŒck: Der Sachsenspiegel. Das berĂŒhmteste deutsche Rechtsbuch des Mittelalters. 2. durchgesehene Auflage. Darmstadt 2022, S. 155; Katarzyna Lortz: Mittelalterliches Recht im heutigen Rechtsleben: AusgewĂ€hlte Beispiele unter besonderer BerĂŒcksichtigung des Sachsenspiegel. In: Heiner LĂŒck (Hrsg.): Eike von Repgow, Sachsenspiegel. Die Dresdner Bilderhandschrift. AufsĂ€tze. Graz 2011, S. 161â168.
cite-note-8686. â Christian Hetz: Die Rolle des Sachsenspiegels in der Judikatur des deutschen Reichsgerichts in Zivilsachen. 2008, ISBN 978-3-9812101-5-6, S. 32â33.
cite-note-8888. â BGHZ 108, 110â122
cite-note-8989. â Heiner LĂŒck: Magdeburger Recht in der Ukraine. In: Zeitschrift fĂŒr Neuere Rechtsgeschichte 12, 1990, S. 113â126.
cite-note-9090. â Christa Bertelsmeier-Kierst: Kommunikation und Herrschaft. Zum volkssprachlichen VerschriftlichungsprozeĂ des Rechts im 13. Jahrhundert. Stuttgart 2008, S. 188â190.
cite-note-9191. â Ruth Schmidt-Wiegand: Der Sachsenspiegel. Ăberlieferungs- und Editionsprobleme. In: Ruth Schmidt-Wiegand, Dagmar HĂŒpper (Hrsg.): Der Sachsenspiegel als Buch. VortrĂ€ge und AufsĂ€tze. Frankfurt am Main u. a. 1991, S. 19â56; Ruth Schmidt-Wiegand: Die ĂŒberlieferungskritische Ausgabe des Sachsenspiegels als Aufgabe der mittelniederdeutschen Philologie. In: Robert Damme (Hrsg.): Franco-Saxonica. MĂŒnstersche Studien zur niederlĂ€ndischen und niederdeutschen Philologie. Festschrift fĂŒr Jan Goosen. NeumĂŒnster 1990, S. 1â13; Ruth Schmidt-Wiegand: Von der autornahen zur ĂŒberlieferungskritischen Ausgabe des âSachsenspiegelsâ. In: Gerhard Lingelbach, Heiner LĂŒck (Hrsg.): Deutsches Recht zwischen Sachsenspiegel und AufklĂ€rung. Festschrift fĂŒr Rolf Lieberwirth. Frankfurt am Main u. a. 1991, S. 13â26.
cite-note-9292. â Hiram KĂŒmper: Sachsenrecht. Studien zur Geschichte des sĂ€chsischen Landrechts in Mittelalter und frĂŒher Neuzeit. Berlin 2009, S. 320.
cite-note-9393. â Hiram KĂŒmper: Sachsenrecht. Studien zur Geschichte des sĂ€chsischen Landrechts in Mittelalter und frĂŒher Neuzeit. Berlin 2009, S. 317.
cite-note-9494. â Julius Wilhelm von Planck: Das deutsche Gerichtsverfahren im Mittelalter nach dem Sachsenspiegel und den verwandten Rechtsquellen. 2 Bde., Braunschweig 1879.
cite-note-9595. â Julius Weiske: GrundsĂ€tze des teutschen Privatrechts nach dem Sachsenspiegel mit BerĂŒcksichtigung und Vergleichung des Schwabenspiegels, vermehrten Sachsenspiegels und sĂ€chsischen Weichbildes. Leipzig 1826.
cite-note-9696. â Nachweise bei Alexander Ignor: Ăber das allgemeine Rechtsdenken Eikes von Repgow. ZĂŒrich 1983, S. 40.
cite-note-9797. â Hans Fehr: Die Staatsauffassung Eikes von Repgow. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung fĂŒr Rechtsgeschichte. Germanistische Abteilung 37, 1916, S. 131â260, hier: S. 216.
cite-note-9898. â Alexander Ignor: Ăber das allgemeine Rechtsdenken Eikes von Repgow. ZĂŒrich 1983, S. 42.
cite-note-9999. â Heiner LĂŒck: Mummenschanz fĂŒr âDeutsches Rechtâ, Die Eike-von-Repgow-Feiern auf Burg Falkenstein und in Reppichau/Dessau 1933 und 1934. In: Rolf Lieberwirth (Hrsg.): Rechtsgeschichte in Halle, GedĂ€chtnisschrift fĂŒr Gertrud Schubart-Fikentscher (1896â1985). Köln 1998, S. 35â51, hier 43â50; Heiner LĂŒck: Inszenierung unter dem Hakenkreuz: Die Eike-von-Repgow-Feier auf Burg Falkenstein am 29. Oktober 1933. In: Boje E. Hans Schmuhl (Hrsg.) in Verbindung mit Konrad Breitenborn: Burg Falkenstein. Dössel 2006, S. 201â224.
cite-note-100100. â Walter Möllenberg: Eike von Repgow und seine Zeit. Recht, Geist und Kultur des deutschen Mittelalters. Burg bei Magdeburg 1934. Vgl. dazu Heiner LĂŒck: Der Sachsenspiegel. Das berĂŒhmteste deutsche Rechtsbuch des Mittelalters. 2. durchgesehene Auflage. Darmstadt 2022, S. 150.
cite-note-101101. â Erich Liesegang, Victor Friese, Wilhelm von BrĂŒnneck: Magdeburger SchöffensprĂŒche. 1. Band, 1901 stellen Guido Kisch, Schöffenspruchsammlungen, In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung fĂŒr Rechtsgeschichte, Germanistische Abteilung. 39, 1918, S. 346â365; Heiner LĂŒck: Deutsches Recht im Osten. Strukturen, Kontexte und Wirkungen eines sensiblen Forschungsthemas (19. Jh.â1990). In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung fĂŒr Rechtsgeschichte, Germanistische Abteilung 126, 2009, S. 175â206, hier: S. 188 f. Katalin Gönczi: Forschungen zu deutschen Stadtrechten im Osten Europas â neue ForschungsansĂ€tze zu einem Begegnungsraum. In: Ernest Hess-LĂŒttich, Anita CzeglĂ©dy, Ulrich Langanke (Hrsg.): Deutsch im interkulturellen Begegnungsraum Ostmitteleuropa. Frankfurt am Main 2010, S. 559â569, hier S. 561 ff.
cite-note-102102. â So der entsprechende Titel des einschlĂ€gigen Beitrags von Heiner LĂŒck: âDer Deutsche kommt also im Osten in kein Neuland ...â. Das Institut zur Erforschung des Magdeburger Stadtrechts (1940â1945). In: Heiner LĂŒck, Werner Freitag (Hrsg.): Historische Forschung in Sachsen-Anhalt. Ein Kolloquium aus Anlass des 65. Geburtstages von Walter Zöllner. Leipzig u. a. 1999, S. 125â145.
cite-note-103103. â Heiner LĂŒck: Der Sachsenspiegel. Das berĂŒhmteste deutsche Rechtsbuch des Mittelalters. 2. durchgesehene Auflage. Darmstadt 2022, S. 150; Heiner LĂŒck: âEycke von Repkow war kein RevolutionĂ€râ â Festrede von Hilde Benjamin am 28. Juni 1959 im Eike-von-Repgow-Dorf Reppichau: Eine Edition mit Anmerkungen. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung fĂŒr Rechtsgeschichte, Germanistische Abteilung 141, 2024, S. 423â453.
cite-note-104104. â Heiner LĂŒck: Der Sachsenspiegel. Das berĂŒhmteste deutsche Rechtsbuch des Mittelalters. 2. durchgesehene Auflage. Darmstadt 2022, S. 151; Rolf Lieberwirth: Die Forschungen zum Sachsenspiegel in Ost und West. In: Heiner LĂŒck (Hrsg.): Sachsenspiegel. Die Dresdner Bilderhandschrift Mscr. Dresd. M 32; vollstĂ€ndige Faksimile-Ausgabe im Originalformat der Handschrift aus der SĂ€chsischen Landesbibliothek - Staats- und UniversitĂ€tsbibliothek Dresden. Graz 2011, S. 197â205.
cite-note-105105. â Rolf Rolf Lieberwirth: Eike von Repchow und sein Sachsenspiegel, Entstehung, Inhalt, Bedeutung. Köthen 1980.
cite-note-106106. â Rolf Lieberwirth: Eike von Repchow und der Sachsenspiegel (Sitzungsberichte der SĂ€chsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Philol.-hist. Klasse 122/4), Berlin 1982. Der Aufsatz geht auf einem Plenarvortrag auf der öffentlichen FrĂŒhjahrssitzung der SĂ€chsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig im Jahr 1980 zurĂŒckgeht.
cite-note-107107. â Peter Johanek: Eike von Repgow, Hoyer von Falkenstein und die Entstehung des Sachsenspiegels. In: Civitatum Communitas. Studien zum europĂ€ischen StĂ€dtewesen. Festschrift fĂŒr Heinz Stoob zum 65. Geburtstag. Teil 2, Köln 1984, S. 716â755.
cite-note-108108. â Karl Kroeschell: Rechtsaufzeichnung und Rechtswirklichkeit. Das Beispiel des Sachsenspiegels. In: Peter Classen (Hrsg.): Recht und Schrift im Mittelalter. Sigmaringen 1977, S. 349â380.
cite-note-109109. â Frank-Michael Kaufmann (Hrsg.): Glossen zum Sachsenspiegel-Landrecht. Buchâsche Glosse (= Monumenta Germaniae Historica. Fontes iuris Germanici antiqui, Nova series. VII), 3 BĂ€nde, Hannover 2002.
cite-note-110110. â Belorussisch: Olga Keller, Saksonskae Ljustra, Minsk 2005; Englisch: M. Dobozy, The Saxon Mirror. A Sachsenspiegel of the Fourteenth Century, Philadelphia 1999 nach dem Text der WolfenbĂŒtteler Bilderhandschrift; Japanisch: K. Masahata â T. Ishikawa â J. Naoi, Zakusenshupigeru, Tokio 1977; Ungarisch: L. Blazovich â J. Schmidt, A SzĂĄsz tĂŒkör, Szeged 2005.
cite-note-111111. â Dazu Hiram KĂŒmper: EuropĂ€ische Erinnerungsorte in Norddeutschland? Zum Beispiel: Hanse und Magdeburger Recht. In: Janina Fuge, Helmut Schmid (Hrsg.): GedĂ€chtnisrĂ€ume. Geschichtsbilder und Erinnerungskulturen in Norddeutschland. Göttingen 2014, S. 97â119. Hiram KĂŒmper: Magdeburger Recht. In: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 2012 (online) [Stand 6. MĂ€rz 2012].